RINTELN/KENDAL (ste). Es war keine Überraschung, dass die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege großen Wert darauf legte, nach zwei erfolgreichen Kendal-Reisen auch in diesem Jahr wieder in die Rintelner Partnerstadt zu fahren, zumal man in Deutschland viele der neuen Ideen und Reglements bezüglich der Ausbildung von Krankenschwestern in den letzten Jahren von der Insel übernommen hat. Unter der Leitung von Dr. Gisela Koch und Praxisanleiterin Anja Kruse-Eggers machten sich dreizehn Auszubildende auf den Weg. Auch dabei Mike Middleton vom Rintelner Partnerschaftsverein, der für die Organisation und den Ablauf der Studienfahrt zuständig war. In Kendal angekommen, wurde die Gruppe durch den Vorstand des Kendaler Partnerschafts-Vereins begrüßt. Danach ging es zu den Gastfamilien und in die Jugendherberge, zum ersten Kontakt mit dem "British way of life".
Richard Pealing und Frank Hodson führten die Gäste aus Rinteln durch die historische Innenstadt und zur berühmten Schlossruine der Familie Parr. Katherine Parr aus Kendal war die sechste Frau von König Heinrich VIII und die Einzige. Im Konferenz-Zimmer des "Quaker Tapestry Centre" berichteten Dr. Barbara Tonge und Oberschwester Maria Radice über das neue Konzept "Health Centre". In einem Health Centre befinden sich mehrere allgemeine Ärtzte, Zahnärtzte, und Krankenschwestern mit spezifischer Ausbildung für bestimmte Gesundheits-Bereiche und dort werden auch kleinere OP‘s durchgeführt.
Am zweiten Tag hieß das Ziel "Lake District", doch statt atemberaubende und unverdorbene Schönheit der Landschaft sahen die Besucher nur eine englische "Waschküche" mit Nebel und Regen.
Dann sand ein Besuch im Westmorland General Hospital auf dem Programm und die Studentinnen wurden von Kay Gilbey empfangen, der stellvertretenden Chefin aller Krankenschwestern in den Krankenhäusern Lancaster, Barrow und Kendal. Sie erklärte das allgemeine Gesundheits-Systems in Großbritannien und spezifisch die Krankenschwester-Ausbildung. Nach einem typisch englischen Mittagessen in der krankenhauseigenen Kantine führte Kay Gilbey und ihre Kollegin, Oberschwester Julie Pickup, ihre Gäste aus der Weserstadt in einzelnen Gruppen durch alle Stationen des Hospital.
Sightseeing in der naheliegenden Kleinstadt Arnside am Irischen See folgte und neben einem Gedankenaustausch über die Erfahrungen im Krankenhaus gab es noch ein gemütlichen Beisammensein mit den Gastfamilien und dem Vorstand des Kendaler Partnerschaftvereins im Kendaler Cricket Club statt; natürlich mit einem reichhaltigen kalten Büffet und gutem, englischen Bier. Am Ende wurde die Gruppe von der jungen Bürgermeisterin Clare Feeney-Johnson ins Rathaus eingeladen, um die wertvollen Silber-Schätze der Stadt zu sehen und etwas über die Geschichte Kendals zu erfahren.
Zwei Damen durften hierbei sogar den roten Umhang und die große historischen Amtskette im Wert vom 50.000 britischen Pfund zur Probe tragen! Foto: privat