1. Wo wenig Licht scheint, ist manchmal viel Schatten

    Kein Haltverbot in der Kirschenallee und keine Blitzer in der Luisenstraße

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    RINTELN (ste). Pünktlich um Mitternacht wird es in den Rintelner Wohnstraßen derzeit stockeduster. Einzig die Fußgängerzone und die angrenzenden Nebenstraßen bekommen noch ein wenig Licht, doch ansonsten "...ist Rinteln derzeit mit den Ortsteilen harmonisiert", so Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder auf der Ortsratssitzung der Kernstadt. Auf ein Jahr befristet ist der Versuch, durch die Ausschaltung der Lampen Strom zu sparen. "Eine völlig neue Erfahrung", wie Claus Holst (SPD) für sich bewertet und er betont: "Ich bin nicht gegen diesen Versuch!" Er regte jedoch an, bei Verkehrsbegehungen vermehrt auf Schilder und Masten zu achten, die gefährlich im Bereich von Gehwegen stehen: "Es wäre schon eine Ironie des Schicksals, wenn man im Dunkeln mit dem Kopf gegen einen Laternenmast knallt!" Abwarten möchte auch Günther Maack die Folgen der "Verdunkelung": "Wir sollten aufmerksam die Entwicklung der Kriminalität verfolgen!" Denn, wo wenig Licht sei, könnten manchmal viele Schattengestalten sein.

    Der Marktplatz und die Fußgängerzone bleiben auch weiterhin beleuchtet, ansonsten heißt es nachts für vorerst ein Jahr "Lichter aus".

    Auf vermeindliche Missstände im Verkehrsraum hatte der Ortsrat in seinen letzten Sitzungen hingewiesen und Schröder gab auch hier Auskunft über die geplanten Abhilfemaßnahmen. So sei das von Helma Hartmann-Grolm geforderte Haltverbot in der Kirschenallee nach einer Verkehrsschau nicht durchzuführen und auch die von Karl Lange geforderten Geschwindigkeitskontrollen in der Luisenstraße würden aus technischen Gründen nicht möglich sein. Auch gibt es keine neuen Bushaltestellen im östlichen Alstadtquartier: "Die VBE erklärte hierzu, dass es nur Verbesserungen der Anbindung geben werde, wenn die Busse durch die Fußgängerzone fahren dürften", so Schröder, der hierzu jedoch keine Mehrheiten in Rat und Verwaltung sah. Die Frage von Kai Steding zur Befestigung der derzeitigen Schotterfläche am Parkplatz Steinanger wurde ebenfalls negativ beschieden. Das Oberflächenwasser könne dort nicht abgeführt werden und so benötige man die Fläche zur Versickerung, so Schröder. Aufgepeppt werden soll nach dem Willen des Ortsrates und nach den Ankündigungen der Verwaltung der Blumenwall. Ortsbürgermeister Ulli Goebel hatte den Park zuvor als das "Hundeklo" der Stadt bezeichnet und damit sicher den Nagel auf den Kopf getroffen. Goebel kritisierte auch den Zustand der städtischen Toiletten bei Großveranstaltungen und forderte eine verstärkte Präsenz von Reinigungskräfte und die Aufstellung von gesonderten Toilettenwagen. Hier will die Verwaltung prüfen, in wieweit man Verbesserungen erreichen kann. Einig wurde sich der Ortsrat bei der Frage der Benennung von Straßen im Bereich des neuen "Sondergebietes Bahnhofstraße". Dort soll die Straße nicht, wie von Gerhard Helmhold von den Grünen gefordert "Totengräber-Allee" heißen, sondern "Große Tonkuhle". Helmhold hatte zuvor darauf hingewiesen, dass das neue Gewerbegebiet am ehemaligen Güterbahnhof den Dolchstoß für die Altstadt bedeuten würde und sah in seinem Namensvorschlag daher nur die logische Konsequenz.

    Foto: ste

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