RODENBERG (pd). Alle sechs Jahre wird jede Gemeinde im Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg durch den Superintendenten und Mitarbeiter aus dem Kirchenkreis und Kirchenvorstand im Rahmen einer Visitation ausführlich besucht. Um die Kirchengemeinde als Teil des gesamten Lebens in einer Kommune kennen zu lernen, ist es bei diesen Besuchen üblich, einen Abend für eine Gesprächsrunde mit Vertretern aus Vereinen und Institutionen vorzuhalten.
Beim "Runden Tisch" im Gemeindesaal der Ev. St. Jacobi-Kirchengemeinde zeigte sich Superintendent Andreas Kühne-Glaser von den Teilnehmerzahl und der positiven Grundstimmung der Gesprächspartner positiv überrascht.
"Ich find das Klasse, dass so viele Menschen meiner Einladung gefolgt sind", stellte der Superintendent gleich zu Beginn der Gesprächsrunde im Gemeindesaal fest, auch wenn er zunächst beim Zustellen zusätzlicher Stühle selbst mit anpacken musste. In einer kurzen Einleitung machte Kühne-Glaser deutlich, dass bei den Visitationen in den Gemeinden nicht die Kontrolle, sondern vielmehr die gegenseitige "Wertschätzung" der geleisteten Arbeit in einer Gemeinde im Vordergrund stehen würde. Der für die Visitation geforderte Gemeindebericht könne für den jeweiligen Kirchenvorstand auch eine Chance sein, "Inventur" zu machen.
Anhand eines kleinen Fragenkataloges versuchte der Superintendent herauszufinden, welchen Stellenwert die Heimatstadt für die rund 30 Teilnehmer habe und welche Wünsche noch offen seien. Gelobt wurden vor allem die gute Infrastruktur, die Naturnähe und die damit verbundene Lebensqualität. Es gebe nicht nur Baugebiete, sondern auch einen gut funktionierenden Öffentlichen Nahverkehr, eine gute Schulversorgung, ein Anruftaxi und eine Grundversorgung mit Waren. Auch das aktive Vereinsleben wurde in der Runde hervorgehoben. Bemängelt wurden das Fehlen eines Augenarztes und eines Beherbergungsbetriebes, die Qualität des Schülertransports, der Mangel an Hallenkapazitäten.
Weiter wurde in der Runde über den Anspruch an Kirche im Allgemeinen und an die St. Jacobi Kirche im Speziellen diskutiert. Kirche vor Ort würde vor allem für die Bewohner in Alten- und Pflegeeinrichtungen ein Stück "Normalität" bedeuten. Jugendliche würden durch die Kirche auch ein Stück Gemeinschaftsfindung erfahren, dazu auch sinnvolle Freizeitangebote. Menschen würden in ihren Kirchen vor Ort Halt finden.
Viel Lob gab es von den Anwesenden für die unterschiedlichen Sparten der Kirchenmusik in der St. Jacobi Kirchengemeinde und für den Kirchenvorstand, der eigentlich stets erreichbar sei.
Der Abend endetet mit verschiedenen Fragen an den Superintendenten, der die lebhafte Debatte sichtlich genoss und immer wieder die Feststellung aussprach: "Also, wenn das Ihre ganzen Sorgen sind". Damit wollte er die Probleme und Nöte nicht herunterspielen. Sondern ganz einfach zum Ausdruck bringen, dass in der St. Jacobi Kirchengemeinde eigentlich alles "rund läuft".