1. Eine Premiere nach fast 20 Jahren

    Kulturforum geht mit Überschuss ins neue Geschäftsjahr / Topps und Flops in der Theatersparte

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    BAD NENNDORF (pd). Im nächsten Jahr kann Karl Heinz Werner auf 20 Jahre Kulturforum und eine ebenso lange Zeit als Vorsitzender zurückblicken. Kurz vor dem Jubiläumsjahr gibt es im Verein schon Grund zum Jubeln: Die Finanzlage hat sich erholt. Mehr noch: "Zum ersten Mal kann ich auf einer Mitgliederversammlung eigentlich nur Gutes vermelden", verkündete Werner bei der Jahresversammlung im Curanum-Pavillon.

    Ein passendes Vorab-Jubiläumsgeschenk für das Kulturforum, das sich im Laufe der Jahre zu einer festen Größe in der Region gemausert hat. Nicht nur die Rückschau, auch ein Ausblick auf den Aktivitäten im Jubiläumsjahr 2009 bestimmten die Zusammenkunft.

    Zur Einstimmung auf die Mitgliederversammlung spielt Rick Jurthe, Abiturient aus Bad Nenndorf, drei selbst arrangierte Stücke auf dem Klavier.

    Karl-Heinz Werner (li.) und Winfried Busse bilden seit fast 20 Jahren die Spitze des Kulturforums.

    160 Mitglieder gehören dem Kulturforum an, das im März 1989 gegründet wurde. Von Beginn an im Vorstand dabei: Karl Heinz Werner als 1. Vorsitzender und Winfried Busse, 2.Vorsitzender und verantwortlich für die Sparte "Theater". Dass laut ETI- Kurortstudie Bad Nenndorf in Sachen Kulturangebot von 158 Städten auf einem 13. Platz zu finden ist, sei nicht zuletzt auch ein Verdienst vom Kulturforum, findet der Vorsitzende selbstbewusst. Und er stellte lobend heraus, dass zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins der Zuschussantrag an die Stadt Bad Nenndorf nicht gekürzt wurde. 16 000 Euro sind dem Kulturforum von öffentlicher Seite bewilligt worden. "Den Zuschussantrag für 2009 habe ich heute Abend in den Briefkasten am Rathaus eingeworfen", ergänzte Werner.

    30 660 Euro hat es insgesamt an Zuschüssen und Spenden gegeben. Neben der Stadt haben die "Schaumburger Landschaft", die Geldinstitute und private Spender mit dafür gesorgt, dass sich das Konto des Kulturforums wieder erholt hat. Nach Auskunft von Schatzmeister Dirk Schwiezer sind 76 000 Euro eingenommen worden und 65 000 Euro ausgegeben worden. Unter Berücksichtigung haushaltsrechtlicher Bestimmungen kann der Verein unterm Strich auf einen Überschuss von 1200 Euro bauen. "Ohne die Banken wäre vieles nicht möglich gewesen", unterstreicht Karl-Heinz Werner mit Nachdruck. Auch die Mehrzahl der Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2009 sei nur leistbar, weil Sparkassen und Volksbanken sich nach wie vor großzügig zeigen würden.

    "Theater braucht Publikum", stellte Winfried Busse zu Beginn seines Berichtes fest. Die Theatersaison sei nicht ganz so gut gelaufen, wie er sich das gewünscht habe, gab Busse zu. Kamen 2006 durchschnittlich 235 Zuschauer zu den Aufführungen im Kurtheater, waren es 2007 nur 209.

    Das verursachte einen Zuschussbedarf von 20 Prozent. Als Flop bezeichnete Busse das Stück "Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde", das nur 165 zahlende Zuschauer anlocken konnte. Auch "Schloss Gripsholm" und der Ballettabend mit dem Theater Niedersachsen seien nur mangelhaft besucht worden. Als Top bewertete Busse in der Rückschau dagegen die Aufführungen "Happy", "Rose Bernd" und "Minna von Barnhelm".

    In der Theatersaison 2008/2009, die am 6. Oktober beginnt, setzt der Verantwortliche vermehrt auf die Unterhaltung der leichten Art. Außer den großen Jubiläumsveranstaltungen zum 100. Geburtstag des Kurtheaters und zum 20. Geburtstag des Kulturforums sieht Busse vor allem die Liebesgeschichte "Fettes Schwein" als Top-Angebot an die Theaterfans.

    Sowohl er als auch der 1. Vorsitzende gaben schon einmal einen Vorgeschmack auf die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2009. Da wird es unter anderem im März eine Festveranstaltung mit der Musical-Company Hannover geben, eine Revue zu Ehren des unvergessenen Komikers Heinz Ehrhardt und ein Auftritt vom Knabenchor Hannover. Foto:pd

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