1. Ein Natur-Ereignis zerstört vor 50 Jahren eine Existenz

    Der Rodenberger Walter Söffker erinnert sich zurück

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    REHREN A/O. (pd). Walter Söffker erinnert sich noch genau: "Ich war mit meinem Bruder von Minden auf den Heimweg ins Auetal. Plötzlich erhob sich vor uns eine dunkle Wand und es gab einen lauten Knall". Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren entwickelte sich aus einer dichten schwarzen Wolkenwand ein schlimmes Gewitter, das einen unheilvollen Kugelblitz auf die Erde schickte. "Dieser Blitz hat von einer Sekunde auf die andere die Existenz meiner Familie vernichtet", so Walter Söffker, seit 1960 in Rodenberg wohnhaft.

    Der 15. September 1958 war zunächst ein wunderschöner Spät-Sommertag. Als sich dann über Rehren A/O das schlimme Gewitter entlud, fiel der Kugelblitz vom Himmel und setzte das Gebäude von Landwirt Christian Bredemeier in Brand. Für die unbeteiligten Beobachter ein besonderes Naturereignis, für Betroffene des verheerenden Brandes ein bis heute tief bewegendes Ereignis. "Den Kugelblitz hatte man auch in Pohle und Lauenau beobachten können", hat Walter Söffker mitbekommen. Es waren sogar Schaulustige von dort nach Rehren gekommen um zu sehen, wo der "Feuerball" auf die Erde gekommen war. In dem vom Kugelblitz getroffenen Gebäude befand sich das Einzelhandelsgeschäft der Familie August Söffker. Sohn Walter hatte das Geschäft von seiner Mutter übernommen und es 1954 vollständig umgebaut und modernisiert. Am 15. September 1958 war dann mit einem Schlag die Existenz des Kaufmanns und seiner Familie in Schutt und Asche gelegt. Es gab keine Chance, das Geschäft an gleicher Stelle wieder aufzubauen.

    "Es war ein unheilvoller Tag für die Region überhaupt", erinnert sich Söffker. Es brannte am 15. September auch in Großenwieden und in Soldorf. In Großenwieden vernichtete ein Feuer die Scheune von Bauer Eickhoff. Dem Brand fielen viele Gerätschaften, Getreide und Schweine zum Opfer. Während ein kleineres Feuer in Soldorf ebenfalls durch ein Gewitter verursacht worden war, konnte die Brandursache in Großenwieden zunächst nicht geklärt werden. Und dazu ereignete sich in Borstel ein Unfall mit tödlichem Ausgang. Die Frau des Landwirts Heinrich Meier wurde von einem Kieslaster überfahren und so schwer verletzt, dass sie noch an der Unfallstelle verstarb.

    Nachdem sich die Familie Söffker von den Schrecken des Brandes erholt hatte, wurden Zukunftspläne geschmiedet. 1960 trat Walter Söffker in den Geschäft seines Schwiegervaters, des Textilkaufmannes Friedrich Platte, in Rodenberg ein. Foto: privat

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