1. Gewaltiger Motorrad-Korso Demonstration in der Rintelner Innenstadt gegen die Sperrung der Kreisstraße für Zweiradfahrer

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    RINTELN (ste). Die Rintelner Polizei war gerüstet, doch Einsatzleiter Harald Groß sah nach den Kooperationsgesprächen mit den Veranstaltern die Situation gelassen; und er hatte Recht. "Die Demonstration von rund 550 Motorradfahrern verlief überaus diszipliniert und geordnet", bescheinigte Groß den Demonstranten ihre große Kooperationsbereitschaft. Dennoch machten die Biker ihrem Unmut aus der Sperrung der Kreisstraße 80 für motorisierte Zweiräder an Sams-, Sonn- und Feiertagen Luft; und das ist auch ihr grundrechtlich verbrieftes Recht. Mit Pfiffen gegen die Stadtverwaltung und deren Entscheidung zur Sperrung und Beifall für ihre Sprecher Christian "Terror" Görlitz als Vizevorsitzenden der deutschen "Biker-Union" und Biker-Wirt Günther Beyer von "Günthers Kurve" verdeutlichten die Motorradfahrer, dass sie sich durch die Maßnahme als Gruppe diskriminiert sehen. Und da das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung schwerer wiegt als die Sperrung einer Straße, durften sie ihren Protest auch bei einer Fahrt über die K 80 äußern. Deren Anwohner sehen die Sperrung als einen Gewinn an Lebensqualität und riefen den Bikern dann auch entgegen: "Zu spät, es ist vorbei!" Görlitz sah das in seiner Rede völlig anders. Der Demontrationssprecher sah das Grundrecht auf Gleichbehandlung verletzt und hob hervor, dass auch Biker Steuerzahler seien und ihr Recht auf Straßennutzung sich daraus ableitet.

    Ein einzelner Gegendemonstrant hält mutig sein Plakat in die Höhe. Die Biker reagieren gelassen und treten mit ihm in einen Dialog.

    Überaus diszipliniert nehmen die Motorradfahrer ihr Grundrecht auf Demonstration und freie Meinungsäußerung wahr.

    Mitten im Pulk der Zweiradfahrer auf dem Rintelner Marktplatz hält ein einziger Gegendemonstrant mutig ein Schild in die Luft mit der Aufschrift "Schluss mit Lärm und Raserei!" Die Biker reagieren gelassen, treten in den Dialog mit dem Mann und versuchen in Gesprächen auch Rintelns Ersten Stadtrat Jörg Schröder, der sich selbst als Motorradfahrer outet, auf ihre Seite zu ziehen. Doch für den steht die Sperrung der K 80 für den "...überregionalen Freizeitverkehr" felsenfest. Schröder verweist auf die Feststellungen der Polizei, nach denen der Motorradverkehr dort am Wochenende überrepräsentiert und besonders schnell ist und dadurch gebe es Lärmbelästigungen und Gefahrensituationen für andere Verkehrsteilnehmer. Ein Argument, dass Beyer und Görlitz nicht im Raum stehen lassen wollen. Wenn einzelne Gesetze übertreten sollte ihrer Meinung nach nicht die gesamte Motorradfahrergilde darunter leiden. Sollte die Sperrung bestehen bleiben, und daran bestehen derzeit keine Zweifel, wollen Görlitz und Beyer wiederkommen: "Dann sehen wir uns in vier Wochen erneut auf dem Rintelner Marktplatz wieder!"

    Foto: ste

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