1. Mit schönem Gruß von Herrn Allegretto! "Klassikschelm" Armin Fischer überzeugte bei der "Nachtausgabe"

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    RINTELN (km). Er war schon auf Traumschiffen in tropischen Gewässern zu Gast und spielte im hohen Norden, während unweit der Lofoten Eisberge an ihm vorbei rauschten. Da habe er Rinteln noch nicht gekannt, resümierte Pianist Armin Fischer bei der jüngsten "Nachtausgabe" am Donnerstag im Foyer der Volksbank an der Klosterstraße: Sonst hätte er ja gewusst, "dass man auch hier an Eisbergen vorbeikommt..."

    Der "Klassikschelm und Klaviertuose" war sich bei seinem Gastspiel in der Weserstadt für den einen oder anderen Kalauer absolut nicht zu schade. Denn siehe: "Erst in der Beschränktheit zeigt sich doch eigentlich erst das Meisterhafte," philosophierte der Künstler - und demonstrierte sogleich, wie man mit zwei Fingern à la Richard Clayderman spielen kann.

    Im Verlauf des kurzweiligen Abends ließ der Künstler das Publikum an seiner Vita teilhaben und zeigte sich dabei überaus selbstbewusst: Bereits mit neun Jahren habe er Mozart überholt gehabt; denn das was er bei seinem ersten Konzert - im Altersheim Lipperbruch - gespielt habe, das sei Mozart schließlich erst mit 34 Jahren eingefallen.

    Während das Publikum praktisch lückenlos etwas zu lachen hatte, durfte immer wieder auch über die Virtuosität und Aritistik des Künstlers gestaunt werden. Der spielt Mozart im Stil von Chopin, mit fein verwobenen Cis-Moll-Walzer- und Fantasie-Impromptu-Elementen, wechselte von B-A-C-H (von Bach) zu B-S-E (von Jakob Kreuzfeld) und sorgte zwischendurch immer wieder mit seiner Begrüßungsmelodie "As time goes by" ("guten Abend") für besondere Heiterkeit.

    Besonderen Applaus gab es schließlich für ein geradezu unglaubliches Intermezzo, als der Meister mit dem Rücken zum Klavier spielte - mit der einen Hand ein beliebiges Lied, das ihm aus dem Publikum zugerufen worden war ("alle Vögel sind schon da"), und mit der anderen den Running Gag "As time goes by". -

    Da hatte sich der Künstler am Ende das Recht auf seine drei Klavier-Socken (zwei an den Füßen, eine in der Tasche) redlich verdient: Die dürfen dem Vernehmen nach nämlich nur solche Pianisten tragen, die mit allen drei Pedalen umgehen können. Foto: km

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