RINTELN (km). Zum Thema Sonntagsöffnung hat sich jetzt Ursula Helmhold zu Wort gemeldet. Auch die heimische Landtagsabgeordnetet der Grünen sieht die immer weitergehende Aufweichung der Sonntagsruhe äußerst kritisch.
Bereits im vergangenen Jahr hatte sie das geänderte Gesetz scharf kritisiert: "Kommunale Spitzenverbände, die Kirchen, mittlere und kleine Händler oder die Beschäftigten und ihre Vertreter - sie liefen seinerzeit Sturm gegen massiv ausgeweitete Ladenöffnungszeiten," fasst Ursula Helmhold die Diskussion zusammen. Herausgekommen sei ein "fauler Kompromiss" zwischen den Koalitions-Fraktionen.
"Insbesondere die so genannte Ausflugsorteregelung öffnet jetzt der flächenhaften Ausbreitung einer nahezu unbegrenzten Sonntagsöffnung Tür und Tor," so Helmhold. Die Politikerin sieht die Regelungen zur Sonntagsöffnung als "familien- und frauenfeindlich". Die Beschäftigten, zumeist Frauen, zahlten am Ende die Zeche: "Mit ungünstigen Arbeitszeiten ohne Zuschläge am Abend, mit Problemen, am Abend noch nach Hause zu kommen, mit dem Problem, wie sie ihre Kinder betreuen sollen."
70 Prozent der Angestellten im Einzelhandel seien Frauen, viele davon allein erziehend. Außerdem, so Helmhold, habe die Sonntagsruhe Verfassungsrang und dürfe nicht unwidersprochen Wirtschaftsin-
teressen geopfert werden.
Bereits im Mai hatte Ursula Helmhold einen Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht, der die Sortiments-Erweiterung für die Sonntagsöffnungen wieder auf den Stand vor der Änderung zurückführen soll: "Wenn Bekleidung und Schmuck aus den zulässigen Sortimenten gestrichen werden, wird die Sonntagsöffnung unattraktiv - der Bedarf von Reisenden, für die die Regelung ursprünglich gedacht war, kann jedoch weiter gedeckt werden." Für Helmhold sollten der Mensch und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.
Und das bedeutete nicht "freies Kaufen", wie die Freien Demokraten und die CDU es behaupten: Es müsse ein Tag in der Woche frei bleiben für soziale Kontakte, das Zusammensein mit der Familie und auch zur Entspannung. Nur in unvermeidbaren Fällen solle daher am Sonntag gearbeitet werden.