RINTELN (ste). An der von der DLRG Ortsgruppe Hameln organisierten Protestaktion "Salz in der Weser - wir sagen nee - DLRG", die am Samstag und Sonntag stattfand, beteiligten sich auch zwölf Mitglieder der Ortsgruppe aus Rinteln. Die Aktion wandte sich gegen die Salzeinleitungen der Firma "Kali & Salz" und hatte erklärtermaßen keinen politischen Hintergrund, sondern wollte auf die Weser als heimischen Fluss und deren Versalzung hinweisen.
20 Mitglieder der DLRG Ortsgruppe Hameln und befreundeter Ortsgruppen gingen dazu in Neoprenanzügen am Samstag in Hannoversch Münden in das 17 Grad kalte Wasser der Weser und starteten damit ein Zwei-Tages-Schwimmen im Fluss, dass über 134 Kilometer gehen sollte. Insgesamt 135 Teilnehmer waren an der Aktion beteiligt, die am Sonntag um 15 Uhr in Hameln endete. Die schwimmende Bewältigung der gesamten Strecke war nur möglich, weil die Weser eine Strömungsgeschwindigkeit von im Durchschnitt sechs Kilometer pro Stunde aufweist. Für die Teilnehmer dennoch eine anstrengende Aktion, denn der Zeitplan für die einzelnen Etappen war eng gesteckt. Frank Rosendahl, Vorsitzender der Rintelner Ortsgruppe, zeigte sich mit der Organisation der Protestaktion zufrieden. Die Rintelner Lebensretter mussten am Samstag von Wahrmbeck nach Bad Karlshafen immerhin mehr als neun Kilometer schwimmend zurücklegen und als zweite Strecke von Holzminden nach Heimsen schwimmen; auch hier neun Kilometer Strecke. Untergebracht waren die DLRG‘ler dann in Grave in Zelten des DRK aus Hameln. Am Sonntag hieß es für Axel Balsmeyer, Frank Rosendahl, Holger Rother, Sarah Penzel, Anna-Lena Mölling, Johanna Ehlers, Petra, Nadine und Dennis Geller sowie Kerstin, Jessica und Jan van der Marel noch die Strecke von Hagenohsen (Emmerthal) nach Hameln zu schwimmen. Auch hier waren es acht Kilometer, die die Schwimmerinnen und Schwimmer zu absolvieren hatten. Doch der Symbolwert des Protestes spornte an und so waren am Ende zwar alle mächtig KO, doch zufrieden und glücklich, einen Beitrag gegen die Weserversalzung geleistet zu haben.
Die DLRG Ortsgruppe Hameln organisiert ein Protestschwimmen gegen die Weserversalzung.
Die börsennotierte Firma "Kali & Salz", die mit einem Börsenwert von elf Milliarden Euro an Platz 21 des DAX steht, hat in den letzten fünf Jahren ihren Wert verzwanzigfacht. Allein in diesem Jahr steigerte die Aktie ihren Wert von einem Jahrestief von 30,35 auf 81,50 und hat eine Gewinnerwartung von 500 Millionen Euro. Genau diesen Preis, so errechneten die Grünen im Hessischen Landtag, müsste die Firma auch für eine Pipeline an die Nordsee investieren, wo die Salzeinleitungen dann unschädlich wären. "K & S", in die sich unter anderem auch ein russischer Anleger mit fast sieben Prozent einkaufte, profitiert von der weltweit großen Nachfrage nach Düngemitteln, auch in Hinblick auf die Nahrungsmittelknappheit und den Anbau von Energiepflanzen. Als die Einleitegenehmigung von zweieinhalb Millionen Liter Salzwasser in die Werra erteilt wurde, machte die Unternehmensaktie einen wahren Luftsprung. Foto: privat