1. Dampfwachsschmelzer in heißer Aktion

    Imkerverein Nord-Schaumburg beendet Honigernte 2008 / Vorbereitung für die neue Saison

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    HASTE (pd). Mit einer aufwändigen "Dampfwachsschmelz-Aktion" hat der Imkerverein Nord-Schaumburg für dieses Jahr die Saison der Honigernte abgeschlossen. Diese fand auf dem Hof von Karl Walter Brüggenwirth statt. Über das Verfahren und den Sinn des Ganzen klärte Dieter Trieschmann, 1. Vorsitzender des Imkervereins Nord-Schaumburg auf.

    Eine heiße Angelegenheit ist das Dampfwachsschmelzen. Auf dem Bild sind zwei Schmelzgeräte zu sehen und vorne eine Auffangwanne für den Trester.

    Nach der Honigernte wird das Bienenvolk mit einer Zuckerlösung angefüttert. Mit diesem Vorrat müssen die Bienen den Winter überbrücken, bevor es im Frühjahr wieder neuen Nektar in der Natur zu sammeln gibt. "Wir Imker ernten zwar die süße Tracht, aber wir müssen auch dafür sorgen, dass die Bienen nicht verhungern", führt Trieschmann weiter aus. Diese Auffütterung wird immer Ende August durchgeführt. Jedes Bienenvolk erhält dabei um Durchschnitt zehn Kilogramm Zucker, der in Wasser gelöst wird. Die Zuckerlösung wird in den Waben verstaut, in denen zuvor der Honig gelagert war.

    Nach der Auffütterung muss der Imker mit der Behandlung der Bienen gegen den Parasiten, die Varroa, beginnen. Die Vereinsmitglieder verwenden dafür Ameisensäure, ein natürliches Produkt. Mit der letzten Honigernte entnimmt der Imker dem Bienenvolk die alten dunklen Waben. Und diese dunklen Waben werden dann in einer Gemeinschaftsaktion in einem Dampfwachsschmelzer eingeschmolzen. Wie in einem Entsafter fließt das hellgelbe Wachs dabei in einen Behälter. Dieses Wachs wird benötigt, um neue Mittelwände in den Waben herzustellen. Diese Wände werden im zeitigen Frühjahr in Rähmchen befestigt und bei Beginn der Rapsblüte ins Bienenvolk gehängt.

    Die Bienen bauen dann sehr zügig diese Wände aus, um die Frühtracht darin zu speichern.

    Nach dem Dampfschmelzen werden die letzten Wabenreste, auch Trester genannt, von Hand entfernt. Dieses ist eine heiße Angelegenheit, denn die Dampfwachsschmelzer herrschen immerhin fast 100 Grad Celsius. Die grob gereinigten Rähmchen werden in einer kochenden Natronlauge ausgekocht und im Anschluss mit reichlich Wasser abgespült. Diese Prozedur dient der Desinfektion. Vor allem die bösartigen Faulbrutsporen sollen so abgetötet werden. Foto: privat

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