AUETAL-REHREN (tt). "Wenn im September die Spinnen viel kriechen, sie einen harten Winter riechen", oder "Wie das Wetter am Kathrein, wird es den ganzen Winter sein". Mit diesen oder anderen Weisheiten zum Wetter und Klima kann der Hobbymetreologe Holger Heumann nicht dienen, dafür aber kann er ziemlich genau vorhersagen, ob zum Wochenende die Gartenparty starten kann oder der Rasen vor dem Mähen trocken bleibt. Holger Heumann (39) aus Rehren fasziniert das Wettergeschehen schon seit langem. Besonders reizen ihn außergewöhnliche Ereignisse wie Blitze, Windhosen und andere Wetterkapriolen. Hobbymäßig beschäftigt sich der Luftfahrzeugelektroniker seit langem mit elektronischen Basteleien und mit Computern. Als er 2001 gemeinsam mit seiner Frau Natascha und der heute achtjährigen Tochter Alena nach Rehren zog, baute er sich seine erste Wetterstation. "Ich habe mir für 150 Euro eine Einsteigerstation gekauft, aufgebaut und angefangen zu beobachten", so Holger Heumann, der für die Station nur einen PC-Anschluss und einen Internetanschluss benötigte, um die Wetterdaten aus dem eigenen Garten für alle abrufbar ins weltweite Netzt zu stellen.
Seine Station hat der "Wetterfrosch" immer wieder verbessert. Inzwischen hat er ein amerikanisches Modell, mit dem er sehr zufrieden ist. "Allerdings ,spricht´ dieses Gerät nur englisch und ist humorvoll", erzählt Natascha Heumann. Kürzlich, als es in Rehren stark regnete, habe sie lesen können "It´s raining cats and dogs". "Für zwei Tage kann man das Wetter mit einer 90-prozentigen Trefferquote vorhersagen", so Heumann. 75 Prozent seien es noch bei vier Tagen. Für das Auetal seien seine Berechnungen ziemlich genau. Das System ist relativ einfach. Im Garten gibt es zwei Messstationen, die Temperatur-, Luftfeuchtigkeit, Windstärke und – richtung sowie Regenmengen messen. Die Daten werden auf eine nur etwa 30 mal 15 Zentimeter große Messanlage übertragen, die im Wohnzimmer der Familie steht. Per Computer überträgt diese Station alle fünf Minuten ihre Daten auf einen Server, der in Nürnberg steht und den Heumann angemietet hat. "Dort werden die Daten programmtechnisch aufbereitet", erläutert der Computerexperte. Das Programm für die Datenauswertung hat er selbst geschrieben. Von dem Nürnberger Server aus gehen die Daten direkt ins Netz und dabei nicht nur auf die verschiedenen Wetterportale, sondern auch auf eine eigene Homepage des "Wetterfrosches". Die Seite "auetal-online.net" hat Holger Heumann eingerichtet, als er nach Rehren gezogen ist. "Im Internet findet man nicht viel Interessantes über das Auetal. Das wollte ich ändern", so Heumann. Außerdem habe er gehofft, so Kontakt zu Auetalern knüpfen zu können. Neben den Wetterdaten gibt es auf der Internetseite eine Menge Wissenswertes über das Auetal und die Umgebung zu lesen. Links zu den einzelnen Ortsteilen, Vereinen, Institutionen und Gewerbetreibenden hat Heumann aufgenommen. "Es ist mühevolle Kleinarbeit, diese Informationen zu sammeln. Ich hoffe, dass meine Seite immer bekannter wird und mich mehr Auetaler mit Informationen versorgen". Von dem Hobby des Elektronikers könnten noch viel mehr Auetaler profitieren, wenn sie ihn etwas unterstützen und mit Informationen "füttern". Kontakt zu dem "Wetterfrosch" bekommen Interessierte über die Homepage "auetal-online.net" oder telefonisch unter (05752) 9296155. Demnächst möchte Holger Heumann seine Wetterstation noch um ein Blitzortungssystem erweitern. "Daran bastele ich gerade. Man könnte damit genau registrieren, wann und wo ein Blitzeinschlag stattgefunden hat", so Heumann. Foto: tt
Der Rehrener "Wetterfrosch" Holger Heumann verbringt viel Zeit am Computer und seiner Wetterstation.
Der Windmesser der Wetterstation.
Diese kleine Wetterstation nimmt alle Daten auf und leitet sie zur Auswertung weiter.