RINTELN (ste). Der Sozialverband und seine Arbeit ist einigen Menschen heute nicht mehr so präsent wie vor einigen Jahren noch. Doch das soll sich nach dem Willen des Rintelner Ortsverbandes ändern. Und so stellte dieser in Verbindung mit einer Unterschriftensammlung gegen den Abbau des Sozialstaates jetzt auf dem Marktplatz seine Arbeit vor. Aktuelle Gründe für Protest gebe es zurzeit leider viele, erklärte Helmut Laux als Vorsitzender des SoVD-Kreisverbandes Schaumburg, der die Öffentlichkeitsaktion der Rintelner Mitglieder persönlich unterstützte. Allein die aktuelle minimale Erhöhung der Renten sei Grund genug, um auf die Straßen zu gehen, führte Laux an. Angesichts der galoppierenden Preiserhöhungen sei die Anhebung um nur 1,1 Prozent zu noch weniger als einer Nullnummer geraten.
Helmut Laux weiter: "Wir könnten in Deutschland ein gutes Sozialsystem haben. Statt dessen werden aber Milliarden in anderen Ländern investiert und an unseren eigenen Bürgern wird gespart."
"Ich halte darüber hinaus unser Gesundheitssystem für unausgegoren, das dazu noch mit unüberlegter Logistik unnötig belastet wird", so Laux weiter und der Leiter eines Altenheims kennt Beispiele aus eigener Erfahrung. So müssten beispielsweise die Heime verschiedener Träger durch Großlieferanten zentral von weither mit Lebensmitteln und Bedarfsgüter versorgt werden, anstatt über kurze Wege durch regionale kleinere Anbieter. Dazu sähen sich die Heime mit neuen unsinnigen Auflagen der Krankenkassen konfrontiert. Laux: "Und wenn die Heime nur deshalb Platz- und Lagerprobleme bekommen, weil sie zum Beispiel den gesamten individuellen Monatsbedarf an Inkontinenz-Vorlagen für ihre Bewohner bevorraten sollen."
Vera Nolting als designierte Vorsitzende des Rintelner Ortsverbandes erklärt zu ihrer Hilfsorganisation: "Der Sozialverband Deutschland e.V. (SoVD) ist ein moderner Dienstleister und berät seine Mitglieder in allen sozialen Fragen. Hervorgegangen aus dem 1917 gegründeten Reichsbund stellt er eine starke sozialpolitische Interessensvertretung dar bei inzwischen mehr als 250.000 Mitgliedern im SoVD Niedersachsen. Als größter Sozialverband des Landes helfen wir Menschen mit Behinderung, Rentnerinnen und Rentnern, Krankenversicherten, Hartz-IV-Betroffenen und anderen Bevölkerungsgruppen. Dafür stehen landesweit über 60 Beratungsstellen zur Verfügung. Darüber hinaus vermittelt der SoVD beim Kontakt mit Behörden und vertritt seine Mitglieder vor den Sozialgerichten." Außerdem finden beim Sozialverband viele Menschen bei gemeinsamen Veranstaltungen, Ausflügen und Reisen ein Mittel gegen die gesellschaftliche Isolation - und den Weg in eine echte Solidargemeinschaft. Das Gleiche gelte für alle 44 Kreis- und die über 1.300 niedersächsischen Ortsverbände, die durch die Arbeit von über 10.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern in ganz Niedersachsen mit Leben erfüllt würden. Auch die rund 6.000 Mitglieder starke Jugendorganisation für bis zu 27-jährige biete einen starken Zusammenschluss für Gemeinschaft, Bildung und sozialpolitisches Engagement.
Dass die Wahrnehmung und Akzeptanz des Sozialverbandes Deutschland durch aktuellen Entwicklungen auf dem Sozialsektor stark zunimmt, zeigt dass zahlreiche Rintelnerinnen und Rintelner die Unterschriftenaktion unterstützt haben. Und etliche haben sogar spontan ihren Beitritt erklärt", berichtet Hildegard Bischof vom Vorstand des Ortsverbandes. Foto: ste