BAD NENNDORF. Auch in diesem Jahr rufen Neonazis wieder zu einem sogenannten "Trauermarsch" zum Wincklerbad in Bad Nenndorf auf. Am Samstag, dem 2. August wollen sie unter dem Motto "Gefangen – Gefoltert – Gemordet – Damals wie heute –Besatzer raus!" in einem Akt der Geschichtsverdrehung Bad Nenndorf zum Schauplatz ihrer rechtsradikalen Propaganda machen. Kein Wort über die nach dem Krieg dort inhaftierten Kriegsverbrecher und ihre Vergehen. Kein Wort darüber, dass die Misshandlungen der Häftlinge im Internierungslager Wincklerbad von britischen Abgeordneten und Behörden aufgedeckt und abgestellt worden sind.
Rechtskräftig unter anderem wegen Totschlags und Volksverhetzung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilte Neonazis wollen sich zu Anwälten der Menschenrechte machen. Zynisch wollen sie ihren Marsch in die Mitte der Gesellschaft fortsetzen – wie sie es in diesem Jahr bereits beim Kurparklauf in Bad Nenndorf getan haben, an welchem einige in Nazi-T-Shirts teilnahmen. Ihre ständige Präsenz soll zur Normalität werden. Bei solchen öffentlichen Auftritten gibt man sich brav und bieder. Das hindert die gleichen Leute keineswegs daran, nachts jüdische Friedhöfe zu schänden, Menschen anderer politischer Gesinnung, anderen Glaubens oder anderer Hautfarbe zusammenzuschlagen oder gar zu töten. "Bad Nenndorf und Schaumburg dürfen nicht zum Wallfahrtsort für braune Gesinnung werden. Wir setzen ein klares Zeichen gegen Rechts, für Toleranz und Demokratie. Für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen und Kulturen.Gegen Rassismus und Gewalt”, so lautet der Aufrunf verschiedener Bündnisse, Organisationen und Vereine in Schaumburg zu einer Veranstaltung am Freitag, dem 1. August ab 17 Uhr am Wincklerbad. Nach verschiedenen Aktionen soll es um 18 Uhr eine Kundgebung geben.