BAD NENNDORF (pd). Im Verlauf der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses der Stadt Bad Nenndorf haben die Ratsvertreter auch einen Abstecher in Richtung Erlengrund unternommen. An exponierter Stelle war zum Beginn der so genannten "Bubikopfallee" vor wenigen Wochen eine Linde einem Brand zum Opfer gefallen. Bei dem Ortstermin verwies Dormann darauf, dass dort aus gartenhistorischer Sicht unbedingt auch wieder eine Linde hingepflanzt werden müsse.
Nach dem Eindruck von Dormann waren die Ratsvertreter über die kahle Stelle entsetzt. Sie ließen sich von dem für die WGN als beratendes Mitglied tätigen Dormann darüber aufklären, welche besondere Bedeutung an dieser Stelle die Linde habe. Die erklärt sich auch aus der Tatsache, dass in direkter Nähe zu der Linde einst der so genannte "Rabe-Stein" gestanden habe. Dabei handelte es sich um einen Relief-Stein, auf dem auf einer Bronzeplatte die Figur eines Raben zu se-
hen war. Die Inschrift darauf lautete "Bildnis des alten Obersten". Der Stein war von dem preußischen Landwirtschaftsminister Victor von Podbielski seinem mit ihm oft in Nenndorf weilenden Freund und Kurgast, Oberst von Goldammer, gewidmet worden. Die Platte ist vor geraumer Zeit gestohlen worden und bis heute nicht wieder aufgetaucht. Nach Ansicht Dormanns müssen Stein und Linde vor dem ersten Weltkrieg noch zusammen gestanden haben. Die besondere Bedeutung der Linde überzeugte nach Auskunft Dormanns auch die Ratsvertreter im Fachausschuss. Klaus-Dieter Salzbrunn (SPD) regte zudem an, einen neuen "Rabe-Stein" mit Inschrift anfertigen zu lassen.