1. Gute Chancen auf eine bessere DSL-Versorgung

    Stimmt die Zahl der Neuanmeldungen, dann schafft die T-Com die technischen Voraussetzungen

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    SCHAUMBURG/DECKBERGEN (ste). Die Botschaft war klar und eindeutig: "Kommen genügend DSL-Neukunden zur Telekom, dann werden auch die technischen Voraussetzungen für die Anbindung von Deckbergen und Schaumburg an das Netz geschaffen!" Im Dorfgemeinschaftshaus Schaumburg war das Interesse im Rahmen einer Bürgerversammlung an höheren Internet-Übertragungsraten groß.

    Bislang herrscht hier nämlich noch der Internet-Notstand. Geringe Übertragungsraten machen das Surfen und Arbeiten im Netz zum Wartespiel und wer beruflich auf eine schnelle Verbindung angewiesen ist, der sucht sich gleich einen anderen Standort für sein Geschäft.

    Die Gründe für den Datenstau in den Leitungen sind rein physikalisch: Weite Entfernungen zu den Knotenpunkten der Übertragungsleitungen machen das Netz träge. Friedhelm Skoruppa aus Deckbergen hatte deshalb Eigeninitiative ergriffen und in seinem Heimatort Unterschriften für eine Steigerung der DSL-Verfügbarkeit durch die Telekom gesammelt.

    "Die Umsetzung wäre relativ problemlos möglich", erklärte Jürgen Schneider-Akkurt, zuständig bei der Telekom für den Netzausbau Nord, bei seiner Präsentation zu den Möglichkeiten. Denn: an der Südseite der Bundesstraße ist ein Hauptleitungsstrang verlegt, aus dem sich sowohl ein Abzweig für Deckbergen als auch für Schaumburg schaffen lassen. Dafür muss die Bundesstraße lediglich an zwei Stellen unterquert werden. Insgesamt werde die Telekom alle ökonomischen Optionen nutzen, um den Ausbau so schnell und vor allem so kostengünstig wie möglich voranzutreiben, erklärte Schneider-Akkurt. Beispiele: Wo Verbindungen möglich sind, werden Leitungen anderer Netzbetreiber angezapft oder in Zusammenhang mit Tiefbauarbeiten der Kommunen werden die neuen DSL-Leitungen gleich mit eingebracht beziehungsweise Leerrohre verlegt für künftige Installationen. Darüber hinaus werden zusätzlich die Bedingungen für die drahtlose Übertragung geprüft. Grundlage für den DSL-Ausbau ist jeweils ein Kooperationsvertrag zwischen Telekom und zuständiger Kommune, so Jürgen Schneider-Akkurt mit dem Hinweis, auch eine finanzielle Beteiligung der öffentlichen Hand sei eine Möglichkeit, den Ausbau zu beschleunigen. "Die Stadt Rinteln ist bereit, einen Kooperationsvertrag abzuschließen, um die DSL-Versorgung der Ortsteile zu verbessern, erklärte dazu Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz. Eine Kostenbeteiligung der Stadt sei allerdings ausgeschlossen, allein schon im Zusammenhang mit der Gleichbehandlung aller Ortsteile. Buchholz betonte ausdrücklich: "Ich werde auch keine Zusage geben auf Wirtschaftsförderung für die Telekom durch die Stadt Rinteln." Seine ausdrückliche Empfehlung an die DSL-Interessenten: Genügend Verträge abschließen, damit sich das Unternehmen für die Telekom rechnet und sie den Ausbau angeht. Eine anderen Partner als die Telekom gebe es derzeit sowieso nicht, denn sie sei augenblicklich die einzige Netzbetreiberin.

    Schneider-Akkurt weiter: Als wirtschaftliche Basis für den Ausbau erwartet die Telekom eine Größenordnung von 141 Neukunden, wobei für diesen Fall eine Deckungslücke von 38.000 Euro bestehe. Bei 184 Neukunden sei rechnerisch die Kostendeckung erreicht. Dabei werde geprüft, ob auch Altkunden bei einer Vertragsänderung für eine höhere Übertragungsrate ganz oder prozentual als Neukunden gewertet werden könnten.

    Bei insgesamt 184 Neukunden in den beiden Ortsteilen zusammen, könne neben Deckbergen auch Schaumburg eine höhere DSL-Rate bekommen, erklärt Dirk Heller, Leiter des T-Punktes in der Klosterstraße in Rinteln. Er schätzt, dass bei einem Verteilerknoten in der Mitte Deckbergens mit einer Leistung von 16 Megabyte in bis zu drei Kilometer Entfernung immer noch sechs Megabyte ankommen und mindestens ein Megabyte in den äußersten Bereichen.

    Heller, der an die zahlreichen DSL-Interessenten im Schaumburger Dorfgemeinschaftshaus unverbindliche Absichtserklärungen ausgeteilt hatte, ist zuversichtlich, dass genügend Anschlüsse zusammenkommen. Rund 70 positive Absichtserklärungen hat er bereits vorliegen und hofft, nach den Sommerferien einen Schlussstrich unter die Vorabklärung ziehen zu können. Damit und in Verbindung mit einem Kooperationsvertrag mit der Stadt Rinteln könne der Ausbau beginnen; mit einer Schaltung der neuen DSL-Übertragungsrate im 1. Halbjahr 2009, schätzt Jürgen Schneider-Akkurt.

    DSL-Interessenten aus Deckbergen und Schaumburg können ihre Absichtserklärungen bekommen und auch abgeben bei Friedhelm Skoruppa in Deckbergen, Auf der Bulte 9, Telefon: 05152/3534.

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