RINTELN (ste). Paul-E. Mense (FDP) ist sauer: "Luxus pur" werde mit Steuergeldern betrieben und in den Köpfen der Ratsmitglieder sei der Wille zum Sparen - obwohl verbal bekundet - noch lange nicht angekommen. Er kritisiert unter anderem das Parkleitsystem mit jährlichen Folgekosten von rund 13.000 Euro und auch die drei neuen Trainingsplätze am Steinanger für rund 400.000 Euro ("Schaun wir mal, ob es bei dieser Summe bleibt?"). "Und alles nur, damit der SC Rinteln den Trainingsbetrieb der Fußballer konzentriert an einem Standort durchführen kann." Und an der Kreissporthalle blieben die Sportplätze weiterhin unausgelastet. "Ich bezweifele auch, dass sich diese Investition für die steuerzahlende Allgemeinheit und den SC Rinteln jemals als sportfördernd messbar auswirken wird, beispielsweise durch mehr Fußballernachwuchs, deutliche Verbesserung im Ranking der Vereinsliste des Landkreises, mehr sportliche Erfolge durch Aufstieg von Mannschaften?", so Mense. Und Mense weiter: "Wird die Nutzung der neuen Plätze auch durch andere Vereine und auch für andere Sportarten möglich sein, oder wurden hier nur die Interessen des SC Rinteln befriedigt?" Besonders wurmt es den ehemaligen Vorsitzenden des Rintelner Reitvereins, dass am Steinanger 15.000 Quadratmeter allein für den Fußball verbraucht werden, aber es gibt keinen Quadratmeter mehr für den Reit- und Fahrverein: "Keine Grünfläche für die Pferde und auch zukünftig keine Außenturniere, die in der Regel die Einnahmesituation eines Vereins deutlich verbessern." Und Mense fragt sich: "Warum lässt die Mehrheit des Rates eine solche Ungleichbehandlung von Vereinen zu?"
Und er prangert (nach seiner Meinung) weitere finanzielle Fehlentscheidungen an. "Unter anderem das überflüssige Teilstück des neuen Radweges unterhalb des Parkplatzes am Weseranger! Überflüssig und damit Mehrausgaben, weil sich im oberen Bereich des Parkplatzes bereits eine zweispurige Fahrbahn und ein ausreichend breiter Bürgersteig befinden."
Und auch die jüngste Ratsentscheidung vom 10. Juli, das DRK-Gebäude im hinteren Bereich der Stadtverwaltung für 200.000 Euro zur Einrichtung von 60 Krippenplätzen in der Wichtelburg umzubauen, ist nach seiner Meinung sehr kritikwürdig. "Krippenplätze sind unzweifelhaft notwendig, und bei rund 200 Neugeburten in Rinteln pro Jahr ist auch der Bedarf an zusätzlichen Krippenplätzen vorhanden. Aber warum dieser kostenaufwendige Umbau des Gebäudes, wenn in der Lebenshilfe an der Waltkaterallee Räumlichkeiten im Übermaß vorhanden und auch die notwendigen Spielflächen im Außengelände verfügbar sind?", fragt sich Mense. Und die rund acht Monate Verzögerung in dieser Einrichtung seien verschmerzbar gewesen. Insbesondere die jährlichen Personalkosten in Höhe von 150.000 Euro für vier Fachkräfte bereiten ihm Bauchschmerzen. "Aber was soll´s - wir haben´s ja!", so Mense abschließend.Foto: ste