RINTELN (ste). Am Ende der Diskussion fragte man sich als aufmerksamer Zuhörer im Rat: "Warum dauerte die Diskussion um die Erweiterung der Wichtelburg auf insgesamt 60 Krippenplätze eigentlich so lange?" Und warum rechtfertigten alle im Rat vertretenen Fraktionen ihre Entscheidung "Pro Wichtelburg" so umfangreich. Der Grund liegt vermutlich an der räumlichen Situation der Einrichtung, die auf dem hinteren Teil des Rathaus-Parkplatzes bislang eher ein bescheidenes Dasein fristete. Doch auch damit, so entschieden die Ratsmitglieder am Ende einstimmig, soll Schluss sein. Neben dem JA für den Ausbau der Wichtelburg forderte der Rat die Verwaltung dazu auf, alle potentiellen Anbieter von Krippenplätzen nach den Sommerferien an einen Tisch zu holen, um die künftige Planung für weitere Plätze fest zu legen. Außerdem soll eine qualifizierte Bedarfsanalyse die wohnortnahe Versorgung mit Krippenplätzen ermitteln und dabei auch feststellen, zu welchen Zeiten die Eltern eine Betreuung ihrer unter Dreijährigen wünschen. Zusätzlich forderte der Rat eine Zusammenlegung des Außengeländes des Kinderschutzbundes und der neuen Kinderkrippe Wichtelburg und eine Aufwertung der Spielmöglichkeiten.
Die Wichtelburg soll schnellstmöglich um 35 Krippenplätze erweitert werden. Zuschüsse dafür gibt es vom Land Niedersachsen.
Einleitend hatte Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder auf die Notwendigkeit des Ausbaus hingewiesen. Das Landesjugendamt als Genehmigungsbehörde hatte dem Ausbau zugestimmt, wenn die Außenspielfläche hinter dem Museum (Kanonenspielplatz) der Krippe zugewiesen würde. 200.000 Euro soll der Umbau kosten, vier neue Kräfte werden eingestellt. Das Land fördert die Maßnahme mit maximal 5.000 Euro für jeden neuen Krippenplatz und bereits am 1. September könnte Baustart sein. Den Bedarf stellte Schröder anhand von Anmeldungen für bestehende Einrichtungen dar und er machte Druck: "Die Antragsfrist für die Förderung läuft am 31. Juli aus!"
Ein Druck, den Paul-E. Mense von der FDP als unseriös empfand. Er kritisierte außerdem die anfallenden Personalkosten und die "unmöglichen" Außenanlagen der Wichtelburg. Ansonsten gab‘s nur Zustimmung.
Ursula Helmhold von den Grünen forderte eine zentrale Erfassung von Anmeldungen, damit Eltern ihre Kinder nicht doppelt und dreifach in verschiedenen Einrichtungen anmelden und für die WGS stellte Antje Rinne heraus, dass Rinteln bis 2013 (dann haben Kinder unter drei Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz) rund 300 Plätze benötige und sie daher auch für den Ausbau der Wichtelburg stimmen werde.
Dies, so ihr Fraktionskollege Gert Armin Neuhäuser, sei allerdings nur die "1 C-Lösung" und er forderte, ebenso wie Ulrich Goebel, sich schnellstmöglich mit allen möglichen Trägern von Krippenplätzen zusammen zu setzen und dabei insbesondere auch die Lebenshilfe mit einzubeziehen. Dort hatte Geschäftsführer Herbert Meier bereits in Aussicht gestellt, Krippenplätze ab 2010 von "6 bis 22 Uhr" zur Verfügung stellen zu können. Foto: ste