1. Mit Wasser neue Wand für Wildbienen eingeweiht

    Großväter, Väter und Kinder bauen ein "Insektenhotel" im Kindergarten

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    ENGERN (km). Großväter, Väter und Kinder waren jetzt gemeinsam im Einsatz, um im Kindergarten "Zum Gänseblümchen" etwas ganz besonderes zu bauen: Eine Wildbienenwand, die neben den Bienen auch anderen Insekten unterschiedliche Wohn- und Brutmöglichkeiten bietet.

    Die ersten Kleintiere siedelten sich bereits an, kurz nachdem die Wand "in Betrieb" genommen worden war - in den Strohlehmwänden, Lehmsteinen, in verschiedenen Harthölzem mit Bohrlöchem, in Schilfrohr und Strohhalmen sowie in anderen Hohlstängeln.

    Beim Bau ihrer neuen Attraktion haben die Kinder selbst aktiv mitgemacht.

    Zur feierlichen Einweihung konnte Leiterin Monika Schaper neben den Kindern und Erzieherinnen unter anderem auch den ersten Stadtrat Jörg Schröder sowie Hermann Stoevesandt von der "Schaumburger Bürgerstiftung" begrüßen, die durch ihre finanziellen Unterstützung zur Realisierung des Projektes beigetragen hatte. Die Wildbienen, die übrigens nicht stechen, nutzen die angebotenen Bohrlöcher als Brutraum: Sie tragen Pollen und Nektar ein, legen dazu ein winziges Ei und verschließen die Brutkammer mit einer Zwischenwand.

    Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt, bis das ganze Loch voll ist.

    Nach ein paar Tagen schlüpfen kleine Larven aus den Eiern, verzehren die in den Kammern vorhandene Nahrung, verpuppen sich nach drei bis vier Wochen dann, um schließlich als fertige Biene im nächsten Frühjahr zu schlüpfen. In Deutschland kommen über 500 Arten vor, von denen weit mehr als die Hälfte gefährdet und zum Teil vom Aussterben bedroht ist.

    Sie bilden im Gegensatz zur Honigbiene keinen Staat sondem leben einzeln und werden daher auch Solitärbienen oder Einsiedlerbienen genannt. Mauerbiene, Löcher-, Scheren-, Masken-, Blattschneider- oder blaue Holzbiene sind nur ein kleines Beispiel für die Vielfalt.

    Drei Viertel aller Blütenpflanzen bedürfen für ihre Existenz infolge der notwendigen Insektenbestäubung die Anwesenheit von blütenbesuchenden Insekten. Neben den Honigbienen sorgen auch die Wildbienen und andere Insekten dafür, dass zum Beispiel Obstbäume und Beerenobst Früchte tragen und dass Blumen Samen bilden. Gerade die Wildbienen bestäuben aufgrund ihrer großen Artenfülle, ihrer weiten Verbreitung und ihren vielfältigen Anpassungen zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen. Nachfolgend in der Nahrungskette können andere Tiere die Vielfalt der Kräuter nutzen, die zum Teil für die Gesunderhaltung der Arten von außerordentlicher Bedeutung sind. Den Insekten kann man auch im eigenen Garten durch naturnahe Gestaltung und Bewirtschaftung, durch die Vergrößerung des Angebots von heimischen Blütenpflanzen und durch die zusätzliche Beschaffung von Nisthilfen helfen.

    Foto: km

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