RINTELN (km). Rund 400 zum Teil ganz unterschiedliche historische Bauten stehen in Rinteln unter Denkmalschutz. Die Gesamtzahl der erhaltenswerten Objekte in der Weserstadt ist sogar noch wesentlich größer. Eine ganze Reihe davon präsentierte jetzt Rintelns Denkmalpfleger Dirk Eggers im Erzählcafé bei Ellen Genz.
Bei dem informativen Lichtbildervortrag im Museum Eulenburg zeigten sich dabei zahlreiche Gäste überrascht: Selbst den Alt-Rintelnern darunter war so manches Objekt - wie etwa das geradezu herrschaftliche Sandstein-Gartenhaus nahe der Hartler Straße mit seiner tollen Steinmetzarbeit - bisher gänzlich unbekannt gewesen.
Auch eine Feststellung des Fachmanns zu den Fenstern in der Altstadt war für fast alle Besucher vollkommen neu: Das charakteristische "Türmchenhaus" von 1909 in der Weserstraße hat als einziges Altstadt-Haus bis heute seine ursprünglichen, individuellen Holzfenster erhalten. Ansonsten seien die "weggeworfenen historischen Fenster einem industriell vorgefertigtem Einheitsstil gewichen" - leider, so Dirk Eggers, und ganz ohne Not, wie in der Runde beim anschaulichen Vergleich allgemein bedauert wurde.Bezüglich der aktuellen "Sorgenkinder" in der Stadt hatte Eggers beim lebhaften Frage- und Antwort-Spiel erfreuliche Informationen mitgebracht: Im Fall des im Bestand gefährdeten "Alte Museums" am Kirchplatz arbeite man derzeit an einem Konzept für die erforderlichen Renovierungsarbeiten. Nachdem zunächst die alten Farbschichten abgetragen worden waren, traten Schäden in beträchtlichem Ausmaß zutage, und zwar erheblich mehr als erwartet. Auch rund um das denkmalgeschützte, aber bisher nur im Bestand gesicherte Geßnersche Haus am Kirchplatz ist die lange "Ruhe am Bau" jetzt definitiv zu Ende. Laut Eggers ist sei dort "eine neue Dynamik eingekehrt". Nachdem Experten festgestellt hatten, dass das Fundament schadhaft ist, soll jetzt der Sockel unterfangen und von außen erneuert werden. Außerdem wird das gesamte Fachwerk saniert und das Gebäude insgesamt nutzungsfähig gemacht.
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