1. Staatsbad verzichtet auf Glasbrücke

    Der düster wirkende "Bademantelgang" soll stattdessen aufgewertet werden

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    BAD NENNDORF (pd). Als zum ersten Mal die Pläne des Staatsbades von der Sanierung der Rheuma-Klinik vorgestellt wurden, gab es herbe Kritik an der vorgesehenen Glasbrücke über der Bahnhofstraße. Jetzt verzichtet das Staatsbad selbst auf die Umsetzung der gläsernen Verbindung zwischen Kliniktrakt und dem "MediFit". "Die Brücke wäre von unseren Patienten zu wenig genutzt worden", räumt Staatsbad-Geschäftsführer Peer Kraatz auf Anfrage ein.

    Noch kann man sie auf dem Baustellenschild vor der Rheuma-Klinik sehen, die ursprünglich geplante Glasbrücke.

    Noch Ende April hatte der SPD-Fraktionschef im Rat der Stadt Bad Nenndorf verkündet: "Die Brücke kann kommen". In einer Sitzung hatte sich die Politik endlich zu einem positiven Entscheid über die Glasbrücke und den Anbau der Klinik durchringen können. Bei einer Gegenstimme ging der "Bebauungsplan Nr. 17 A Wilhelmstraße, 2.Änderung" durch. Heute ist die Sanierung der Rheuma-Klinik natürlich noch aktuell. Auch das "MediFit" bekommt eine kräftige Aufwertung und als besonderes "Bonbon" soll im ehemaligen Schlammbadehaus eine Wellness-Oase der gehobenen Kategorie entstehen. Vom Tisch sind aber die Pläne für eine Glasbrücke, die im Kostenplan rund 400 000 Euro ausgemacht hätte.

    Man habe in den vergangenen Monaten sehr genau hingeschaut, welche und wie viele Nutzer tatsächlich den Weg von der Rheuma-Klinik zum "MediFit" auf der gegenüberliegenden Straßenseite nutzen würden und sei dabei zu dem Schluss gekommen, dass die Zahl zu gering sei, um den Bau einer Glasbrücke rechtfertigen zu können, so Kraatz. "Im Schnitt sind es 15 bis 25 Patienten, die den Weg einmal am Tag in der Querbewegung nutzen. Unsere Patienten werden immer älter und immer kränker und benötigen eher eine Einzelbehandlung im Therapietrakt". Um der stärkeren Nachfrage hier gerecht werden zu können, soll im Zuge der Sanierungsarbeiten ein moderner Therapietrakt entstehen. Und dieser wird unmittelbar an das bisherige Klinikgebäude angebaut. Eine Querverbindung in luftiger Höhe erschien den Verantwortlichen vom Niedersächsischen Staatsbad vor diesem Hintergrund nicht mehr notwendig.

    Aufsichtsrat und Oberfinanzdirektion haben der Kehrtwende zugestimmt. Die Stadt ist über den Verzicht informiert worden. Nach den Vorstellungen von Kraatz soll über den Nachtragshaushalt des Staatsbades ein Teil des eingesparten Geldes für die Aufwertung des "Bademantelganges" verwendet werden. Dieser besteht schon seit Gründung der Klinik und quert unterirdisch die Bahnhofstraße. Er ist gerade bei den älteren Patienten nicht gerade beliebt. "Wir wollen den Weg funktionsfähiger machen und zugleich optisch aufwerten", verspricht der Staatsbad-Geschäftsführer. Mit dieser Aufgabe sind bereits Architekten betreut. Persönlich freut es ihn, dass er seit der Nachricht über die Abkehr von den Glasbrücken-Plänen nur positive Rückmeldungen dazu erhalten habe, erklärt Kraatz.

    Foto:pd.

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