1. Kein Lehrstück in Sachen "Politische Moral"

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    RODENBERG (pd). Eines vorweg: Rein rechtlich ist bei der Abstimmung im Rodenberger Rat alles korrekt zugegangen. Und auch die Tatsache, dass ein Ratsvertreter mit einem Antrag nicht "durchgekommen" ist, gehört zu einer gut funktionierenden Demokratie dazu. Doch dann hört es auch schon auf mit meiner Zustimmung über die Vorgänge am vergangenen Mittwoch. Einfach gesagt könnte man feststellen: "Da ist einer voll aufgelaufen!" Ja, aber auch noch mit einem Antrag, der nach meinem politischen Empfinden ohne jede lange Diskussion hätte angenommen werden müssen. Und offenbar mit Gegenwind aus der eigenen Gruppe im Rat.

    Pamela Degenhard

    Warum kann man etwas dagegen haben, dass die "Mitspieler" aus der eigenen Partei oder Gruppe einem im Verwaltungsausschuss beim Argumentieren und Abstimmen über wichtige Vorgänge in der Stadt über die Schulter schauen? Hat das ganze mit "Machterhalt" oder "Misstrauen" zu tun? Beides wären schlechte Begründungen.

    Denn jeder Ratsvertreter sollte sich darüber im Klaren sein, dass er nicht zum Selbstzweck in Rat und Verwaltungsausschuss sitzt, sondern als von den Bürgern gewählter Vertreter.

    Ich ärgere mich eigentlich bei jeder öffentlichen Ratssitzung darüber, dass nur wenige Zuhörer im Saal sind. Zugegeben, diesmal war ich froh darüber.

    Denn wie hätten diese die Vorgänge in der Ratssitzung gedeutet? Ich fürchte, nicht gerade positiv. Durch Vorgänge wie diese wird die ohnehin schon stark strapazierte "Politikverdrossenheit" noch geschürt.

    Gut war auch, dass keiner der neu gewählten Mitglieder des Rodenberger Jugendparlamentes als Zuhörer dabei waren. Welches Bild hätten die jungen Leute von den Abläufen und "Befindlichkeiten" im Rodenberger Rat bekommen? Da sperrt sich die Mehrheit des Rates dagegen, dass die eigenen Ratskollegen bei den VA- Sitzungen zuhören dürfen. Das ist nur schwer nachvollziehbar.

    Der Schwabe würde sagen: "Die ganze Sache hat ein Gschmäckle".

    So nett sich dies vielleicht anhören mag, so frustrierend ist das auch. Auch "Klüngel" klingt niedlich, ist aber ebenfalls negativ besetzt. Ganz egal, wie man die Vorgänge beschreibt, es bleibt ein bitterer Beigeschmack.

    Allein schon der Antrag auf geheime Abstimmung hat einiges vom Selbstverständnis mancher Politiker im Rodenberger Rat aufgedeckt gemacht. Da wird anscheinend lieber im Verborgenen agiert als mit offenem Visier und schlagkräftigen Argumenten überzeugt. Ganz schlechter Stil, finde ich. Und moralisch durchaus zu kritisieren.

  2. Kommentare

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