LANDKREIS. In Quakenbrück, Heimstatt des Bundesligavereins "Artland Dragons" ist man wachsam und genau, was das Sichten und Entdecken von Talenten betrifft. Der Deutsche Vizemeister hat das auch bitter nötig, kann er doch rein finanziell nicht mit den Großen der Liga wie beispielsweise ALBA Berlin mithalten. Die Jugendmannschaft der "Artland Dragons" spielt in der vor ein paar Jahren mit gutem Erfolg ins Leben gerufene Nachwuchs - Bundesliga (NBBL), in der lt. Satzung mindestens vier deutsche Spieler auf dem Feld stehen müssen. So will man den Nachwuchs fördern, der in der von Amerikanern dominierten Bundesliga sonst kaum oder viel zu wenige Einsatzzeiten bekommt.
Marcel Zimny (li.) und Philipp Humke begannen bereits im Alter von sechs Jahren mit dem Basketball.
Auch beim Punktspiel der U18-Landesliga des TV Bergkrug in Quakenbrück waren natürlich die Talentspäher des Clubs dabei. Dabei fiel ihnen der 17-jährige, 1.95 m große Marcel Zimny vom TVB auf. Der nächste Schritt war dann, einen 17-Jährigen weg aus seinem Umfeld nach Quakenbrück zu holen. Mutter Heike Zimny (zur ihrer aktiven Zeit eine der besten Centerspielerinnen auch in der Oberliga) und Marcel hatten viele Gespräche zu führen. Erst als der Verein Marcel die Fortsetzung seiner Ausbildung garantieren konnte, willigte man ein. Talentspäher gibt es überall, auch bei Spielen der Bezirksliga! Bei der Begegnung zwischen den Hannover Korbjägern und der 2. Herrenmannschaft des TVB fiel das Auge der Späher auf einen weiteren Spieler der U 18 des TVB: Philipp Humke, ebenfalls erst 17 Jahre alt und als Center sogar 2.03 Meter groß. Wie es sich gehört, wurden der TVB und die Eltern kontaktiert und Philipp durfte zum Probetraining nach Paderborn, auch ein Verein, der eine Mannschaft in der NBBL hat . Dabei konnte das Schaumburger Talent voll überzeugen und schon war der Vertrag gemacht. Erstmals wagen zwei Schaumburger Baksketball -Youngster solch einen großen Schritt. Klar ist, dass ein kleinerer Verein, wie es nun einmal die drei Schaumburger Vereine TV Bergkrug, TuS Jahn Lindhorst oder SG Rusbend/Bückeburg sind, Talenten niemals eine solche Förderung und Ausbildung geben kann, wie solch ein Großverein. Rein sportlich ist das also mit Sicherheit der richtige Schritt, auch wenn dem TVB zwei solche Talente natürlich fehlen werden. Doch das ist nun einmal das Los der kleineren Vereine, bei den es immer wieder einmal große Talente gibt, denen man aber dann natürlich auch ihren Weg nicht verbauen will. Vielleicht schafft einer der beiden, oder sogar beide, den Sprung in die Bundesliga. Es liegt auch an ihnen selbst. Dass sie ausreichend Talent haben, haben sie bereits bei Spielen der U14-Landesmeisterschft und jetzt auch bei der U18-Niedersachsenmeistersxhaft bewiesen. Nicht zuletzt durch sie belegte der TVB einen tollen dritten Platz. Jetzt kommt zum Talent die Arbeit. Und genau die macht oft den Unterschied. Körpergröße und Talent sind die eine Seite. Davon gibt es viele in Deutschland. Aber es sind nur wenige, die so hart arbeiten, dass am Ende auch der Erfolg steht. Foto: privat