AUETAL-REHREN (tt). Seit über drei Monaten steht der Schützenverein ohne Vorsitzenden da, nachdem Bernd Wentzel auf der Jahreshauptversammlung im März auf eine weitere Kandidatur verzichtet hatte (wir berichteten). Andrea Seiler übernahm kommissarisch als zweite Vorsitzende das Amt. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung hatten die 20 anwesenden Schützenbrüder und -schwestern jetzt die Qual der Wahl, nachdem Andrea Seiler offensichtlich Gefallen am Amt gefunden hatte und auch der ehemalige Schießsportleiter Frank Treder sein Interesse am Vorstandsamt bekundete.
Mit 10 zu 8 Stimmen bei einer ungültigen Stimme und einer Enthaltung fiel das Ergebnis der geheimen Wahl denkbar knapp für Frank Treder aus, der jetzt einen schweren Weg vor sich hat. Er bat dann auch seine Mitglieder: "Gebt mir Zeit, eine neue Mannschaft zu finden, die diesen Verein wieder nach vorn bringt". Dass das Vereinsleben in den letzten Jahren gelitten hat, wurde deutlich aus Äußerungen des "harten Kerns", der die Geselligkeit und den Zusammenhalt vermisste. Die Krise ist auch jetzt noch nicht überwunden.
Zwar wurde mit Jörg Schmidt ein bis zur nächsten Jahreshauptversammlung neuer zweiter Vorsitzender gewählt, das Amt des Schriftführers bleibt aber weiter unbesetzt. Eine neue Hiobsbotschaft hatte der Schatzmeister Rainer Rodewald parat, als er seinen Ausstieg im kommenden Jahr ankündigte. Dem Vorstand fehlen außerdem einige Stellvertreter-Posten und ein Hauswart, der die Schießsportanlage in Ordnung hält. Der neue Vorsitzende versprach, alle zurückgefahrenen Vereinaktivitäten und Trainingstage auf den Prüfstand zu stellen und Gespräche mit den Mitgliedern zu suchen. Auf Anregung des Ehrenvorsitzenden Hermann Schiezer wolle man auch offen mit der Frage künftiger Zusammenarbeit mit anderen Vereinen umgehen. Nicht nur die Zusammenarbeit mit dem Hausnachbarn, dem neuen SC Auetal, muß intensiviert werden, alle örtlichen Vereine gehören an einen Tisch. "Der TuS Rehren hat uns mit dem Zusammenschluß mit dem TSV Kathrinhagen den Weg gezeigt, wohin es gehen kann", so Hermann Schwiezer, der wie einige andere im dünn besetzten Schützenhaus auch, erst einmal froh ist, dass es mit dem Traditionsverein weitergeht. Foto: tt
Es ist auch in Zukunft kein Taumjob für Frank Treder, als Vorsitzender zu wirken.
Jörg Schmidt übernimmt bis zur nächsten Jahreshauptversammlung kommissarisch das Amt des 2. Vorsitzenden.
Wollen das Schiff Schützenverein wieder auf Kurs bringen: Frank Treder (li.) und Jörg Schmidt.