RINTELN (ste). Es war ein starker Ast, der in der letzten Woche dafür sorgte, dass jetzt rund 20 bis zu 150 Jahre alte Buchen an der Straße "Unter der Frankenburg" gefällt werden müssen. Der Ast war ohne vorher erkennbaren Grund von einer Buche direkt auf die Straße gestürzt; das Niedersächsische Forstamt Oldendorf reagierte sofort. Vermutlich schon in dieser Woche wird ein privates Forstunternehmen aus dem Raum Hannover die alten Buchen fällen.
Stammdurchmesser von bis zu einem Meter und lichte Baumhöhen von bis zu 40 Metern machen dem Spezialunternehmen die Arbeit beim Fällen nicht gerade leichter. Forstamtsleiter Christian Weigel und Revierförster Heiko Gropp befürchten, dass die Fällaktion sichtbare Veränderungen des Waldrandes mit sich bringen werde.
Christian Weigel ist zuständiger Leiter des Forstamtes in Hessisch Oldendorf und Revierförster ist Heiko Gropp. Beide erklärten in einer Presseinformation den Hintergrund der schnell anberaumten Maßnahme: Der Anwohner, vor dessen Haus der Ast niedergegangen sei, habe verständlicher Weise die Räumung und die Entnahme der Bäume verlangt, von denen weitere Gefährdungen ausgehen könnten. "Zum Glück ist nichts passiert, aber wir haben uns entschlossen, spontan zu reagieren und ein Forstunternehmen beauftragt, die fraglichen Altbäume zu entnehmen, obwohl jetzt keine Einschlagzeit ist", so Weigel. Der abgebrochene Ast und die Bruchstelle an der mächtigen Buche weisen keine Faulstellen auf, zeigen Gropp und Weigel. Nichts habe darauf hingedeutet, dass der Ast die Last des frisch gewachsenen Laubes nicht mehr tragen konnte. Doch immer hätten in den vergangenen Jahren in regelmäßigen Abständen von der Kanzel eines Hubwagens aus ins Straßenprofil eingewachsene Äste entfernt werden müssen. "Dabei entstehen zwangsläufig Verletzungen an den Bäumen, die im Zusammenhang mit deren hohen Alter dazu beigetragen haben können, dass viele der Randbäume nunmehr Schäden aufweisen können", vermutet Weigel. Deshalb sei aus Sicherheitsgründen die unverzügliche Fällung beschlossen worden. Und weiter: "Mit dieser Maßnahme kann nicht bis zum Beginn der regulären Einschlagzeit im Herbst gewartet werden, da nicht auszuschließen ist, dass weitere Äste oder auch größere Stammteile auf die Straße oder die benachbarten Häuser herunterfallen können, etwa infolge eines Gewittersturms."
Die zu fällenden Buchen sind bereits mit Signalfarbe gekennzeichnet und jetzt muss das Spezialunternehmen ran, das auf Fällungen und Holzbergung unter erschwerten Bedingungen spezialisiert ist. Die Schwierigkeit bei den Randbuchen liegt darin, dass sie sich durch das steile Profil der Weserbergkette zur Straße hin neigen. Mit einer Seilwinde müssen sie bei der Fällung gesichert werden, damit sie nicht in die Häuser der dortigen Anwohner stürzen.
Drastische Veränderungen werde es am Waldrand geben, so Weigel, der nach der Fällung wohl nicht mehr wieder zu erkennen sein wird. Auch bei größter Sorgfalt beim Fällen sei es nicht möglich, so mächtige Bäume zu Boden zu bringen, ohne dass Äste von Nachbarbäumen abgerissen oder das Unterholz in Mitleidenschaft gezogen werde.
Heiko Gropp macht darauf aufmerksam, dass die Fällaktion in unmittelbarer Nähe der Straße ebenfalls aus Sicherheitsgründen auch Einschränkungen für den Verkehr "Unter der Frankenburg" bedingen wird. "Dabei ist es wahrscheinlich, dass wir die Straße sogar zeitweise ganz sperren werden müssen."