1. Reine "Kosmetik" oder sinnvolle Aufwertung des Radweges

    Zur Verlegung des Radweges Weser regt sich immer noch Protest

    Dieser Eintrag wird bereitgestellt durch Schaumburger Wochenblatt | Impressum

    RINTELN (ste). Die Front gegen die Verlegung des Radweges vom Freibad bis zur Auffahrt auf die Dankerser Straße ist gebröckelt. Nachdem die Option der Durchleitung des Radweges durch das Gelände des Kanu-Clubs und in Verlängerung durch das Weserangerbad am Protest der Bürger gescheitert war, lag dem Ortsrat Rinteln jetzt eine neue Planung vor und die fand, mit Ausnahme von Gert Armin Neuhäuser von der WGS und Gerhard Helmhold von den Grünen, die Zustimmung der Mitglieder des Ortsrates.

    Dabei waren die Argumente, die Neuhäuser und Helmhold brachten, nicht von der Hand zu weisen und das wohl schlagkräftigste war dabei die Frage von Helmhold, ob man mit seinen privaten Geldern ebenso umgehen würde, wenn man derart verschuldet wäre, wie es die Stadt Rinteln ist. Neuhäuser gar nannte den Radwegeabschnitt "Radweg Kropf", da er ebenso überflüssig wie gleichnamiger sei. Neue Parkplätze zu schaffen und eben erst gebaute dann wieder abzubauen, empfand er als "Geld verbrennen" und auch die zitierten Gefahren für die Schulkinder aus Engern-Ahe-Kohlenstädt beim Befahren des Radweges nach Rinteln gebe es faktisch nicht: "Schulkinder verhalten sich wie Wasser; sie nehmen den kürzesten Weg!" Helmhold und Neuhäuser fragten kritisch nach dem Nutzen, den die Stadt von dieser Investition habe; ein Nutzen, der sich in einem Rückfluss von finanziellen Mitteln messen ließe? Mehr Parkraum - JA -, so Gerhard Helmhold, eine Radwegeverlegung aus "kosmetischen Gründen" - NEIN -. Mit einigen Rasengittersteinen und ein paar Stunden des Bauhofes seien mehr Parkplätze zu bekommen sowie Bäume zu pflanzen; die Summe dafür belaufe sich vielleicht auf 25.000 Euro, so Helmhold, nicht auf über 240.000 Euro wie veranschlagt. Hätte die Stadt genügend Geld, dann könnte man sich auch Kosmetik erlauben: "Haben wir aber nicht, und daher ist die Verlegung unsinnig!"

    Die CDU mit ihrem stellvertretenden Ortsbürgermeister Veit Rauch sah das ebenso wie die SPD mit Karl Lange anders.

    In Rinteln seien die Radler gern gesehene Gäste und die neue Vorlage sei um einiges günstiger als die Ursprungsplanung. Rauch wollte nicht alle Investitionen in der Stadt zurückhalten mit dem Hinweis auf die Finanzlage und Karl Lange konstatierte gar, dass, wenn die für die Maßnahme in Aussicht gestellten EU-Gelder nicht in Rinteln abgegriffen würden, sie vielleicht nach Bückeburg oder Stadthagen gingen, um dort Projekte zu fördern. Unterstützung erhielten sie von Bauoberrat Reinhold Koch, der eine funktionale Aufwertung des Radweges durch die Baumaßnahmen sah.

    Die neue Planung sieht nun vor, den Radweg vom Eingang des Freibades aus in Richtung Weser laufen zu lassen und dort unter der Weserbrücke hindurch in einem Bogen bis zum Biergarten nahe der Weser zu führen.

    Entlang des Biergartens führt der Weg dann zur Dankerser Straße, wo er Anbindung an die vorhandenen Radwege Richtung Eisbergen und zur Weserbrücke nach Rinteln erhält.

    Kostenvolumen inklusive Parkplatzerweiterung, Freianlage mit Rastplatz und Info-Point, Entschärfung einer Kurve am Kanu-Club und Mehrwertsteuer 242.000 Euro. Zusätzliche 38.000 Euro an Planungs- und Bauleitungskosten werden durch Mitarbeiter des städtischen Bauamtes geleistet.

  2. Kommentare

    Bitte melden Sie sich an