BAD NENNDORF (pd). Auf dem großen Bauschild vor dem Eingang der Rheuma-Klinik sind die Felder mit den beteiligten Baufirmen noch nicht ausgefüllt, aber im Sitzungszimmer der Staatsbad Nenndorf Betriebsgesellschaft an der Poststraße sind die Wände gefüllt mit Plänen über die anstehenden Neubauten und Umbaumaßnahmen. Rheuma-Klinik und Badehaus an der Bahnhofstraße werden in den kommenden Monaten zur Großbaustelle. Rund 1,1 Millionen Euro lässt das Land Niedersachsen sich die Maßnahmen kosten, die der Staatsbad-Geschäftsführer Peer Kraatz jetzt näher vorgestellt hat. Ende 2009, so die derzeitigen Planungen, sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.
In der Tiefgarage ist ein Musterzimmer und ein Therapieraum maßstabsgetreu aufgebaut worden. "Alles soll perfekt werden", so der Anspruch von Staatsbad-Geschäftsführer Peer Kraatz.
Das Bauschild ist noch größtenteils leer, weil das Ergebnis der Ausschreibungen über die zu vergebenen Arbeiten noch aussteht. Aber die Planungen laufen auf vollen Touren, wie Kraatz erklärt. Sichtbar bereits die Baulücke, die durch den Abriss des "Gartenhauses" an der Bahnhofstraße entstanden ist. Hier ist ein Neubau mit ebenfalls 25 Betten vorgesehen, der sich in Bezug auf Komfort und Ambiente aber durch einiges von seinem Vorgänger unterscheidet.
Weil er im Bezug auf Ausstattung und Funktionalität der neuen Zimmer nichts dem Zufall überlassen möchte, hat der Geschäftsführer in der Tiefgarage unter der Rheuma-Klinik ein Musterzimmer im Maßstab 1:1 aufbauen lassen. Auch einen Behandlungsraum, wie er in dem neuen Therapietrakt entstehen soll, kann man hier finden.
Akribisch soll im Vorfeld in Gesprächen mit Therapeuten, Pflegekräften und Putzhilfen abgeklärt werden, was in Bezug auf Einrichtung des Zimmers optimal und was noch verbesserungswürdig ist. "Da geht es um den Sitz von Steckdosen, um einen Stauraum für die Koffer oder um die Auswahl eines Heizkörpers", geht Kraatz ins Detail. Es genüge nicht allein, ein Zimmer größer zu machen, es müsse auch von den Funktionen und der Ausstattung her alles stimmen. Patienten der Klinik sollen dabei ebenfalls zu Wort kommen.
Neben dem Bau eines neuen Therapietraktes, dem Umzug des Service-Centers in die Rheuma-Klinik und Sanierungsmaßnahmen im Bestand kommt dem Umzug des "MediFit" in das Moorbadehaus eine besondere Bedeutung zu. Die Fläche vom "MediFit" wird von 200 auf 600 Quadratmeter im zweiten Obergeschoss vergrößert. Eine Sauna und ein neuer Gerätepark sollen für größere Attraktivität sorgen, ebenso wie neue Angebote, mit denen aktuelle Trends aufgegriffen werden sollen. Das "MediFit", so rechnet der Geschäftsführer, wird im vierten Quartal umgestaltet an den Start gehen können.
Im ersten Obergeschoss des Badehauses an der Bahnhofstraße wird sich auch einiges tun. Geplant ist dort eine "Medical Wellness- Ebene" mit einem hochwertigen Ambiente. Hier sollen die Naturheilmittel Moor und Sole angeboten werden. Kraatz spricht dabei von "Schwebeliegen" und großzügig bemessenen Massageräumen, von einem Kosmetikbereich und einer edlen Ausstattungslinie. "Wir wenden uns mit diesem Angebot in erster Linie an die Selbstzahler", führt Kraatz weiter aus. Bei der Ausstattung des neu in die Planung aufgenommenen Wellness- Bereiches möchte er sich an bereits mit Erfolg betriebene Häuser orientieren. Bei den Plänen werden unter anderem Ideen verwirklicht, die in einem Wellness-Hotel in Norderney realisiert wurden. "Wir werden hier ein Angebot schaffen, das weithin seinesgleichen sucht", ist Kraatz überzeugt. Mit der Fertigstellung könne frühestens im ersten Quartal 2009 gerechnet werden. Der Kliniktrakt auf der gegenüberliegenden Seite wird laut Plan erst Ende 2009 bezugsfertig sein.
Die Staatsbad Betriebsgesellschaft und das Land Niedersachsen würden die Baumaßnahmen als klares Bekenntnis zum Standort Bad Nenndorf und den damit unmittelbar verbundenen rund 200 Arbeitsplätzen sehen. Die auf lange Sicht ausgelegten Überlegungen für die Kurstadt seien laut Kraatz auch in der Pachtverlängerung zwischen dem Land und der Württembergischen Versicherung, als Eigentümer der Klinik, zu erkennen. Vor rund zwei Wochen ist der Pachtvertrag um weitere zehn Jahre bis 2019 verlängert worden. Foto:pd