1. 90-jährige Amerikanerin liest das "Schaumburger Wochenblatt"

    Berichte über US-Schaumburg in Heimatzeitung bringen Stein ins Rollen

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    APELERN. Dass das Schaumburger Wochenblatt die meistgelesene Zeitung im Schaumburger Land ist, ist seit Langem bekannt. Dass es aber auch aufmerksame Leser im weit entfernten Amerika hat, überrascht selbst die Redaktion.

    In diesen Tagen kam ein Hinweis der 90-jährigen Erma Wright aus Table Rock im US-Bundesstaat Nebraska. Die alte Dame aus dem Herzen Amerikas ist eine Urenkelin von Friedrich Bartels, der im Jahre 1847 in die Neue Welt auswanderte und zu den Gründern des bekannten Schaumburg in Illinois zählt. Bartels war 1809 in Soldorf geboren worden und Hofbesitzer in Algesdorf.

    Erma Wright bezieht seit einigen Jahren den "Landsmann", eine viermal im Jahr erscheinende Publikation, die über die Geschichte der deutschen Einwandererfamilien berichtet und von Howard Piepenbrink herausgegeben wird. Auch er ist ein Nachfahre Schaumburger Auswanderer, die Familie stammt aus Ohndorf. Der "Landsmann" berichtete im Herbst 2006 ausführlich über den ersten "historischen Besuch" einer Delegation der Schaumburger Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft aus dem Landkreis in Crete, Illinois, der Heimat der amerikanischen Piepenbrinks. Crete (Kreta) ist so wie das nicht weit entfernte US-Schaumburg ebenfalls eine Gründung hiesiger Auswanderer in der Nähe von Chicago. Der Reisegruppe gehörte auch der inzwischen verstorbene frühere Redaktionsleiter des Schaumburger Wochenblatts, Walter Münstermann, an. Münstermann verfasste eine ganze Reihe von Artikeln, in denen er den Lesern die Schaumburger "Kolonien" in Amerika in anschaulicher Weise näher brachte.

    Diese Beiträge des Wochenblatts fanden ihren Weg auch in die Vereinigten Staaten und wurden in englischer Übersetzung im "Landsmann" nachgedruckt. Dort fanden sie das große Interesse auch von Erma Wright.

    Dabei fiel ihr natürlich besonders der Brief ihres Vorfahren Friedrich ("Fred") Bartels auf, der im "Wochenblatt" ebenso wie im "Landsmann" abgedruckt war – übrigens der einzige Brief der Gründer von Schaumburg, Illinois, der zurück in die Heimat ging und erhalten blieb. Walter Münstermann schrieb darunter die Sätze: "Der nächste Schaumburg-Illinois-Besucher sollte sich einmal umsehen, ob er Fred Bartels’ Grab entdecken kann; die Menschen seiner Generation sind dort entweder an der lutherischen Kirche oder an der Rodenberg Road bestattet."

    Dies ließ Erma Wright keine Ruhe. Denn die 90-jährige Lady sah vor sich schon etliche Gäste aus dem fernen Deutschland auf der vergeblichen Suche nach dem Grab von Urgroßvater Fred. Das wollte sie verhindern, denn Fred Bartels ist nicht wie seine Frau Sophie in Schaumburg begraben worden. Also schrieb Erma Wright an den "Landsmann": "Friedrich Bartels wurde in Nebraska beigesetzt. Bitte unterrichten Sie davon die Bartelsfamilie im deutschen Schaumburg. Es ist mir ein sehr wichtiges Anliegen." Und weiter schrieb sie: "Jetzt, da ich 90 bin, fühle ich, dass ich mich bemühen muss, auch noch 100 Jahre alt zu werden, um die Familiengeschichte weiter verfolgen zu können. Ich habe die große Sorge, etwas zu verpassen!" Wer es genau wissen will: Sophie Bartels, geborene Reese aus Rehren A.R., wurde im Alter von 50 Jahren 1865 auf dem Friedhof der St. Peter- Kirche in Schaumburg, Illinois begraben, das Grab ist heute aber unbekannt. Ihr Ehemann Fred zog 1868 mit vier seiner sechs Söhne nach Nebraska. Er starb 1887 im Alter von 78 Jahren und wurde dort in der Gemeinde Elk Creek ebenfalls an einer St. Peter-Kirche bestattet, ca. 8 Meilen südlich von Tecumseh am Highway Nr. 50. Eine Hinweistafel am Eingang des Friedhofs gibt Auskunft über die letzte Ruhestätte von Friedrich Bartels aus Soldorf.

    Im September soll auf Anregung von Stephan Walter in Apelern ein Denkmal zur Erinnerung an die Gründer von Schaumburg in Amerika errichtet werden. Darauf wird auch der Name von Bartels verzeichnet sein.

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