BAD NENNDORF (pd). Auch wenn es noch keinen schriftlichen Bescheid über die in Aussicht gestellten Fördergelder in Millionenhöhe gibt: Die erste Präsentation des "Integrierten Stadtentwicklungs- und Wachstumskonzeptes" hat in der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses für besondere Aufmerksamkeit gesorgt. Ein Sprecher des Sanierungsträgers BauBeCon und die Planerin aus Celle stellten das Vorhaben vor. Abgesteckt wurde das Sanierungsgebiet, für das ein "Städtebauliches Leitbild" erstellt werden soll. Trotz viele offener Fragen und eben der Tatsache, dass der so genannte "Aufnahmeerlass" vom Sozialministerium des Landes noch aussteht, zeigten sich Vertreter von Rat und Verwaltung optimistisch, was die Umsetzung anbelangt. Und Planerin Simone Strohmeier bekräftigte: "Wir haben ein ganzes Maßnahmebündel geschnürt".
Die Vertreter des Bauausschusses hatten zusammen mit einer Vielzahl interessierter Zuhörer in der Wandelhalle die Gelegenheit, sich über Zielsetzungen und Zeitpläne zu informieren. Eine vorrangige Absicht des Sanierungsprogramms "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" ist, zentrale Versorgungsbereiche zu stärken und Innenstädte für Wirtschaft, Kultur und Bewohner attraktiv zu machen. Die Gesamtmaßnahme läuft über acht Jahre, erfuhren die Mitglieder im Bauausschuss von Eckhard Horwedel vom Sanierungsträger. Er informierte auch in kurzen Zügen über die Formalitäten und Verfahrensschritte. Als ganz wichtig stellte er dabei die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und die Bürgerbeteiligung heraus.
Dr. Simone Strohmeier von Infraplan ging auf das Untersuchungsgebiet ein, das im Süden an der Schnittstelle von Bahnhofstraße/Rodenberger Allee/Parkstraße beginnt, von dort aus in Richtung Norden bis zur Kreuzung Bahnhofstraße/Am Thermalbad weiter geht und im Osten dort endet, wo sich die Rheumaklinik Niedersachsen befindet. Durch verschiedene Maßnahmen, die im Detail noch festzulegen sind, sollen in den nächsten acht Jahren unter anderem die Einkaufs- und Arbeitsbedingungen verbessert, der Fremdenverkehr gestärkt, die Zentrumsfunktion mehr herausgestellt und die Naherholungsmöglichkeiten verbessert werden.
"Die Stadt braucht einen markanten Mittelpunkt", stellte die Planerin aus Celle heraus. Auch der Kurort-Charakter müsse besser dargestellt werden. "Da muss viel mehr Wasser in die Stadt", meinte Strohmeier. Anziehungspunkte, die Bad Nenndorf ihrer Auffassung ohne Zweifel habe, müssten stärker in den Blickpunkt gestellt werden. Ein eklatanter Mangel sei der fehlende Mittelpunkt mit Platzcharakter. Hier gebe es unbedingten Handlungsbedarf. Auch die Verkaufsfläche müsse vergrößert werden. Um Gästen und Bürgern den Besuch in der Innenstadt so schmackhaft wie möglich zu machen, müsse nach ihren Vorstellungen eine Art Rundwegesystem geschaffen werden.
Der Maßnahmenkatalog sieht unter anderem folgende Eckpunkte vor: 1. Die Schaffung eines zentralen Platzes an der Stelle, wo heute das Kurhaus steht. 2. Die Attraktivierung der Fußgängerzone. 3. Die Umgestaltung der Kurhausstraße mit Bäumen und Wasserläufen. 4. Der Bau eines Parkhauses. 5. Die Aufwertung der Einfahrtsbereiche von der Horster Straße und der Hauptstraße aus. 6. Die Umgestaltung des Bereiches Kurhausstraße/Kurpark/Parkstraße im Zusammenspiel mit dem Kurpark und den dort befindlichen Gebäuden wie Landgrafenhaus oder Schlösschen. "Diese Wunschliste ist lang, aber sinnvoll", erklärte die Planerin zum Abschluss ihrer Ausführungen.
Alle weiteren Maßnahmen hängen aber an der Mitteilung aus Hannover, dass die Fördermittel in Höhe von zwei Millionen Euro für 2008 nun auch tatsächlich fließen. Wie Bauamtsleiter Hans-Bernhard Kampen bestätigte, würden alle "händeringend auf den so wichtigen Förderbeschluss warten". Dieser soll, so eine Nachricht aus dem Sozialministerium, im Sommer erfolgen. Foto:privat/pd.