1. Vor 50 Jahren den Grundstein für ein heißes Dauerderby gelegt

    Georg von Fersen und Friedhelm Hitzemann mit hoher Auszeichnung geehrt / Kommers zum Jubiläum

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    LÜDERSFELD. Pfingsten 1958. Heinz Windheim, damals 18 Jahre alt und stolzer Besitzer eines neuen Führerscheins, ist auf Verwandtenbesuch in Hamburg. Als er die Heimfahrt antritt, gibt er Gas und beeilt sich, denn: In Lüdersfeld wird gerade Geschichte geschrieben und da möchte der junge Mann dabei sein. Pfingsten vor fünfzig Jahren tritt erstmals offiziell eine Fußballmannschaft des Turn- und Sportvereins Lüdersfeld in Erscheinung - der Beginn einer Erfolgsstory, die jetzt mit einem Kommers im Kultur- und Sportheim kräftig gefeiert wurde.

    Friedhelm Hitzemann: "Das geht nicht ohne die anderen".

    Stehende Ovationen der Mitglieder und Gäste für die Geehrten.

    Günter Schiller (li.) und Wilhelm Kläfker präsentieren die Ehrenteller.

    Zwar verloren die Lüdersfelder Newcomer ihr Freundschaftsspiel gegen die Nachbarn vom TUS Lindhorst mit 1:3, aber damals wurde der Grundstein für zahllose reizvolle Lokalderbys gelegt. Wenige Wochen vorher war dem TuS Lüdersfeld eine Fußballsparte angegliedert worden. Georg von Fersen übernahm die Spartenleitung und sorgte in den kommenden Jahren für eine stetige Entwicklung, die mit Höhen und Tiefen, mit Siegen und Niederlagen verziert war, aber letztlich in fünf Jahrzehnte erfolgreicher Fußballgeschichte einmünden sollte.

    Heute beteiligt sich der Verein mit drei Mannschaften am Schaumburger Fußballgeschehen. Seit einigen Jahren spielt die Erste Herrenmannschaft beständig in der Kreisliga mit, nach 1973 holten die Grün - Weißen auch in der Saison 2004/05 den Kreispokal in das Hagenhufendorf. Im Jugendbereich wurde vor etlichen Jahren eine Spielgemeinschaft mit dem benachbarten Sachsenhagen gegründet, eine Zweierbeziehung, die so manchen sportlichen Erfolg hervorgebracht hat. Damit aber nicht genug. Sportgeschichte schreibt der Verein auch mit dem seit vielen Jahren in Kooperation mit der Volksbank ausgerichteten Masters-Turnier, bei dem Schaumburgs stärkste Fußballteams ihre Kräfte messen. Der Verein hatte Pfingsten 2005 sogar die Nationalmannschaft aus Sansibar zu Gast, die auf dem Lüdersfelder Rasen in einem Freundschaftsspiel gegen den Niedersachsenligisten VfL Bückeburg antrat. Das Anbahnen von Ereignissen dieser Art ist seit Jahrzehnten in Lüdersfeld eng mit dem Namen Friedhelm Hitzemann verknüpft, der zwar ohne eigene fußballerische Karriere trotzdem eng mit der Fußballsparte des TuS verbunden ist und der ähnlich wie Georg von Fersen etliche Kapitel der TuS-Fußballgeschichte geschrieben hat. Wilhelm Kläfker vom Niedersächsischen Fußballverband Kreis Schaumburg würdigte bei stehenden Ovationen der Zuhörer das Wirken der beiden Männer und zeichnete sie mit der Goldenen Ehrennadel des Niedersächsischen Fußballverbandes aus. Georg von Fersen konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Ehrung teilnehmen. Hitzemann stellte klar, dass die Ehrung für ihn ohne die vielen anderen Menschen im Verein, die über all die Jahre zum Erfolg beigetragen haben, nicht möglich gewesen wäre: "Das geht nicht ohne die anderen." Dem TuS-Vorsitzenden Günter Schiller überreichte Kläfker anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums Ehrenteller des Niedersächsischen Fußballverbandes und des Deutschen Fußballverbandes.

    Schiller hatte in seinen Begrüßungsworten an die Geschichte der Sparte erinnert, aber auch darauf hingewiesen, dass aus den Anfangsjahren nichts Schriftliches überliefert wurde. Der Vorsitzende machte deutlich, dass zu dem sportlichen Geschehen auch die im Verein gepflegte Kameradschaft gehört. Diese sei in all den Jahren intensiv gepflegt worden und habe geholfen, so manches tiefe Tal zu überstehen. Schiller appellierte an die Mitglieder, alles dafür zu tun, dass der Verein seine Eigenständigkeit bewahren kann. Für ihn ist der Heimatverein ein wichtiger Baustein des dörflichen Lebens. Dazu will auch die Gemeinde Lüdersfeld ihr Scherflein beisteuern, wie Bürgermeister Heinz Windheim in seinem Grußwort verdeutlichte. Einmal sei dies bereits mit dem Bau des Kultur- und Sportheims geschehen, zum anderen werde die Gemeinde auch zukünftig alles tun, um den Sport in Lüdersfeld weiter zu ermöglichen. Foto: privat

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