SAMTGEMEINDE RODENBERG (al). Die Samtgemeinde Rodenberg sucht Alternativlösungen zur bislang großzügigen Brenntage-Regelung. Der Werksausschuss des Rates befasste sich jetzt mit einem Antrag des Rodenberger Naturschutzbunds (Nabu), der eine generelle Abschaffung gefordert hatte (SW berichtete). So weit wird es allerdings nicht kommen: "Bei Maßnahmen zur Landschaftspflege lasse ich nicht mit mir reden", machte Samtgemeindebürgermeister Uwe Heilmann deutlich. Er hielt grundsätzlich auch den bisher großzügigen zeitlichen Korridor im Frühjahr und Herbst für sinnvoll: "Aber es gibt eben leider auch Schweinigel." Dass diese die strengen Regeln nicht einhalten würden, sei schon bekannt.
In einem zweiseitigen Schreiben hatte der Nabu seine Ansichten begründet und unter anderem Feinstaub- und Schadstoffbelastung beklagt sowie den Tod von Tieren, die in länger aufgeschichteten Haufen Schutz suchen würden. Der Nabu schlug vor, die vorhandenen Möglichkeiten des Kompostierens beizubehalten und dies zum Beispiel durch kostenfreie Annahme des Schnittguts bei der öffentlichen Anlage zu fördern. In einer mündlichen Stellungnahme beklagten Nabu-Sprecher, dass die geltenden kommunalen Vorschriften über das Abhalten von Brenntagen nicht mehr der allgemeinen Rechtslage entsprechen würden. So seien darin nicht Hinweise über den Mindestabstand von 50 Metern zur nächsten Wohnbebauung enthalten.
Heilmann räumte ein, dass diese Satzung künftig konkreter gefasst werden müsse: "Dann kommt nicht mehr viel Kokelei in Frage." Aber es müsste Besitzern großer Grundstücke die Möglichkeit belassen bleiben, sich ohne hohen Kostenaufwand von Schnittgut zu erleichtern: "Wenn wir Hecken und Bäume für die Landschaftspflege fordern, müssen wir auch das Brennen erlauben." Für den Fortbestand der jetzigen Regelung trat der Hülseder Friedrich-Wilhelm Platte (CDU) ein: Auch beim Kompostieren oder beim Transport von Grüngut zu zentralen Sammelstellen würden Schadstoffe freigesetzt. Doch auch er sprach sich dafür aus, die Bevölkerung auf Beachtung der bestehenden Vorschriften zu drängen. Sein Pohler Namenskollege dachte an die Grundstücksbesitzer, die die gültigen Vorschriften einhalten: "Ich fände das ungerecht, jetzt den Anständigen den Garaus zu machen." "Wir müssen die Übeltäter packen", forderte Wilhelm Hartmann (SPD) von der Verwaltung; sein Parteifreund, der Apelerner Heinrich Oppenhausen (SPD) ergänzte dies mit Kritk an "den vielen privaten Osterfeuern". Das müsse mit geahndet werden. Auch der Vorsitzende der Algesdorfer Jagdgenossenschaft, Horst Pfingsten, meldete sich zu Wort: "Wir pflanzen und pflegen", sprach er für Jäger und Landwirte, "dann wollen wir aber nicht auch noch die Kosten für eine Abfuhr übernehmen". Dass allerdings Mitbürger die Gelegenheit zum Brennen auch missbrauchen, wollte er nicht ausschließen: "Es gibt welche, die heimlich Müll und Reifen einfach auf die Haufen werfen."
Der Ausschuss einigte sich darauf, das Thema Brenntage zunächst die Fraktionen zu geben. Zugleich wurde die Verwaltung aufgefordert, mit der Schaumburger Abfallwirtschaftsgesellschaft in Kontakt zu treten und sie für eine zweimalige kostenlose Grünabfuhr pro Jahr zu gewinnen. Vertreter des Nabu zeigten sich zunächst zufrieden über das Erreichte. Aber sie wollen den weiteren Verlauf der Diskussion verfolgen. Zugleich haben sie ergänzende Unterlagen vorgelegt: So wurden zum Beispiel im niedersächsischen Salzgitter die Brenntage wegen fortgesetzten Missbrauchs fast komplett abgeschafft.