RODENBERG (pd). Mit einer besonderen Nachricht sorgte der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Rodenberg im Verlauf der Jahreshauptversammlung für erhöhte Aufmerksamkeit. Matthias Schellhaus konnte den Anwesenden berichten, dass es konkrete Pläne einer Betreibergesellschaft aus Meppen gibt, im Stadtkern von Rodenberg ein Wohn- und Pflegeheim für Senioren zu errichten. Die Investitionssumme bezifferte Schellhaus mit 3,5 Millionen Euro. "Ja Herr Brand, wir sprechen die Themen an", gab der CDU-Sprecher in Richtung Rodenberger SPD eine Art Kampfansage ab. Die Kritik der vergangenen Wochen von Seiten der Opposition in Bezug auf eine Art "Lähmung" in der CDU aufgrund von innerparteilichen Querelen veranlasste Schellhaus zu einer kurzen Stellungnahme. Ein Ziel der CDU in dieser Ratsperiode sei, sich um das Thema "Altenbetreuung" in Rodenberg zu kümmern. "Wir wollen die älteren Menschen nicht auf die grüne Wiese abschieben sondern sie vielmehr in die Stadt integrieren", so Schellhaus weiter.
Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Rodenberg, Matthias Schellhaus.
Diese Absicht konnte der CDU-Ortsverbandsvorsitzende mit einer besonderen Neuigkeit unterstreichen. Nach dessen Auskunft beabsichtigt die "Bürgerhilfe Meppen", in Rodenberg eine Einrichtung für "Betreutes Wohnen" zu erstellen. Über den Standort wurde noch Stillschweigen vereinbart. Verraten wurde nur, dass es sich bei dem Grundstück um ein Areal im Stadtkern handeln würde. "Die Stadt kostet das Vorhaben keinen Cent", führte Schellhaus weiter aus. Zwei der in Frage kommenden Grundstücke würden ohnehin der Stadt gehören, bei einem dritten müssten noch Verkaufsverhandlungen mit privaten Eigentümern erfolgen.
In Gesprächen mit der Investorengruppe habe die Mehrheitsgruppe im Rat der Stadt Rodenberg ihr Einverständnis für die Pläne bekundet. An den Gesprächen beteiligt war neben den Vertretern der CDU-Spitze und des CDU- Amtsverbandes auch der Vorsitzende der Wählergemeinschaft Rodenberg (WGN), Ralf Sassmann. "Jetzt sind Verwaltung, Bürgermeister und Investor gefordert, dieses Vorhaben umzusetzen", stellte Schellhaus weiter fest. Bei den Plänen der Betreibergruppe aus Meppen würde es sich nicht um eine "Lachnummer" handeln, sondern um eine Chance für Rodenberg. Von Fraktionssprecher Carsten Schulz kamen ebenfalls positive Signale zu dem Projekt. Er wolle jetzt dafür sorgen, dass das Thema in der Fraktion aufgenommen wird. Natürlich müssten alle vorgegebenen Formalitäten zur Umsetzung korrekt eingehalten werden und am Ende müsse der Rat entscheiden. Eine kurze Eintrübung der durchweg positiven Stimmungslage zu den Plänen kam von Bürgermeister Altenburg. Dieser führte kurz an, in Bezug auf die Information vorab nicht rechtzeitig mit einbezogen worden zu sein. Er sprach sogar davon, dass "Verwaltung und Bürgermeister" vorgeführt worden wären. Auf diese Vorwürfe konterte Schellhaus, das Altenburg sehr wohl schon vor der Versammlung der CDU von den Plänen für den Bau eines Seniorenheimes gewusst habe. Rückendeckung für den Vorstand des Ortsverbandes kam von Heinrich Schaper, Vorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung Schaumburg (KPV) und in einer Art "Mittlerrolle" an den Gesprächen mit der "Bürgerhilfe Meppen" aktiv beteiligt. Über ihn ist auch die Kontaktaufnahme mit der Investorengruppe gelaufen. Schaper ging auf das Verfahren ein und erklärte es für richtig, dass zunächst die politische Führung, sprich die Mehrheitsgruppe im Rodenberger Rat, sich über Pläne und Ausrichtung von möglichen Investoren in der Stadt informieren lasse. Und natürlich müssten da Bürgermeister und sein Stellvertreter in erster Linie mit dabei sein.
Unbedingt sollten die Absichten des Investors jetzt mit aller Ernsthaftigkeit auf ihre Umsetzung hin geprüft werden, räumte Schellhaus ein. "So ein Angebot kommt alle zehn Jahre einmal. Wir sollten diese Chance unbedingt nutzen", so die Auffassung vom stellvertretenden Vorsitzenden des CDU-Ortsverbandes Rodenberg, Norbert Jahns. Und Matthias Schellhaus ermunterte die Anwesenden zur Zustimmung mit der Aufforderung "Wir müssen auch mal Paroli bieten". Foto:pd