AUETAL (tt). Die Überlegungen, für die Bürger alternative und ergänzende Fahrmöglichkeiten zum Öffentlichen-Personen-Nahverkehr zu schaffen, sorgten jetzt noch einmal für Diskussionsstoff im Jugend- und Sozialausschuss der Gemeinde Auetal. Zugrunde liegt ein Antrag der SPD/Bündnis 90, die wissen wollte, ob ein Bürgerbus hier Abhilfe schaffen könnte. Gerade im Hinblick darauf, dass inzwischen in Rehren ein Ärztezentrum in der "Alten Molkerei" entstanden ist und sich auch die Einkaufsmöglichkeiten im Grundzentrum Rehren entwickelt haben, sollte die Gemeindeverwaltung Angebote einholen und Vorschläge unterbreiten. Der östliche und nördliche Teil der Gemeinde Auetal ist über die Schaumburger Verkehrsgesellschaft (SVG) verhältnismäßig ausreichend mit der Ortschaft Rehren verbunden. "Der südliche und westliche Teil hingegen ist vor allem in den Ferienzeiten nur wenig oder gar nicht mit Rehren verbunden", so Olaf Humke von der Verwaltung. Alternativ gibt es zurzeit nur das "Fifty-Fifty-Taxi" für Jugendliche innerhalb des Kreisgebietes. An anspruchsberechtigte Personen werden kostenlos Bons abgegeben, die beim Bezahlen des Taxipreises mit einem Wert von 2,50 Euro angerechnet werden. Maximal 50 Prozent des Gesamtpreises können so gezahlt werden. Beim "Senioren-Taxi" sieht es ähnlich aus. Alle Einwohner im Kreisgebiet, die 60 Jahre und älter sind, können Montag bis Freitag von 18 bis 6 Uhr des darauffolgenden Tages, samstags ab 14 Uhr und an Sonn- und Feiertagen ganztägig bis 6 Uhr des darauffolgenden Tages die Vergünstigungen mit einem Taxi nutzen. "Beim Einsatz eines eigenen Anruf- oder Bürgerbusses wäre die Gründung eines Vereins notwendig und ehrenamtliche Mitarbeiter", so Humke, der sich in den Gemeinden Sachsenhagen, Niedernwöhren und Bad Nenndorf umgehört hat, um die dortigen Erfahrungen mit einem Bürgerbus einzuholen. Für die Gemeinde Auetal sei ein solches Konzept nur schwer umsetzbar. Als Alternative sieht die Gemeinde eine Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Taxi-Unternehmen. In Ergänzung zum Senioren-Taxi werden dann auch Fahrten zwischen 7 und 18 Uhr bezuschusst. Eine Fahrt von Rolfshagen nach Rehren könnte sich dann von jetzt 15 Euro auf maximal 7,50 Euro verringern. Denkbar wäre auch ein Sammeltaxi anzubieten, damit sich der Fahrpreis reduziert. Eine weitere Alternative ist es, mit dem Taxiunternehmen eine Vereinbarung zu treffen, wonach in den Ortsteilen mit dem Mietwagen verschiedene Haltestellen angefahren werden, um die Fahrgäste zu einem Festbetrag nach Rehren zu befördern. Während in der Ausschusssitzung Rüdiger Teich von der SPD dieser Alternative den Vorzug gibt, ist die CDU generell gegen ein tägliches Fahrangebot für alle Bürger. Auf Nachfrage ergänzt Torben Sven Schmidt: "Die CDU-Fraktion kann sich gut vorstellen, dass es für die Senioren und Menschen mit Behinderungen an einem festen Tag in der Woche ein Ergänzungsangebot zu den öffentlichen Verkehrsmitteln gibt". Jürgen Menke von der WGA sieht ebenfalls einen Bürgerbus für nicht praktikabel an und setzt auf die Möglichkeit des "Fifty-Fifty-Taxis". Foto: tt
Jürgen Menke von der WGA sieht einen Bürgerbus als nicht praktikabel an.
Rüdiger Teich von der SPD unterstützt die Alternative der Verwaltung, die mit dem örtlichen Taxiunternehmen einen Vertrag schließen möchte.