RINTELN (ste). In aller Deutlichkeit antwortete Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz auf eine Frage aus den Reihen der Kanuten, die zu einer gut besuchten Sonder-Mitgliedsversammlung zum Thema Radwegeverlegung eingeladen hatten. Die Frage, ob es denn nun einen Radweg am Weserufer durch das Freibad gebe, Ja oder Nein?, beantwortete Buchholz klar und unmissverständlich mit "Nein!" Zu groß sei die Kritik der Bürger bei einer Versammlung im Brückentor gewesen, zu stark der Wille zur Beibehaltung der jetzigen Freibadsituation mit freiem Blick und freiem Zugang zur Weser. Obwohl sich noch der Verwaltungsausschuss mit dieser Frage beschäftigen wird, sagte Buchholz: "Wir werden doch nicht gegen den Willen der Menschen ein Projekt vorantreiben!" Der ließ jedoch auch über Bauoberrat Reinhold Koch die Chancen einer Radwegeverlegung vorstellen. Die Wiedereröffnung von historischen Zugängen zur Weser, zum Beispiel alte Treidelpfade, sei ein Ziel der Stadt gewesen, mit dem sie drei Büros beauftragt habe. Dabei sei natürlich auch die überregionale Bedeutung des Radwegs Weser als einer der beliebtesten Radfernwege der Republik ein Thema gewesen. Wie man in Rinteln die Radwegesituation verbessern könne und wie man insbesondere eine dichtere Anbindung an die Weser erreichen könne, dieser Aufgabe stellten sich die Planer und entwarfen dabei unterschiedliche Szenarien. Eine davon, so Koch, sei die von Heisig & Sass gewesen und die wurde von den Ratsmitgliedern favorisiert. Sie sah eine Durchleitung des Radweges durch das Freibad vor. Eine Chance auch für die Bürger der Stadt, so Buchholz, denn der Weg in Form einer Promenade hätte auch Naherholungswert gehabt. "Hätte", wohlgemerkt, denn die Variante ist wohl vom Tisch. Zu groß der Bürgerprotest.
Bauoberrat Reinhold Koch erklärt den Mitgliedern des Kanu-Clubs Rinteln, wie man sich von Seiten des Planungsbüro Heisig & Sass die Aufwertung des Radfernweges Weser vorgestellt hat.
Am "Traumblick auf Rinteln" soll die 90-Grad-Kurve entschärft werden und danach geht es erst einmal auf dem gewohnten Weg weiter bis zum Kassenhäuschen des Freibades, von wo an die "Kleine Lösung" realisiert werden soll.
Für den Kanu-Club, dessen Vorsitzender Peter Specht bereits bei der Jahreshauptversammlung ein klares Votum der Kanuten gegen eine Durchleitung des Radweges über das Kanu-Grundstück erfahren hatte, wird sich jetzt kaum etwas ändern. Die 90-Grad-Kurve des Radweges von Engern in Richtung Rinteln soll entschärft werden und ansonsten wird es vermutlich die "Kleine Variante" der Radwegeverlegung geben, bei der ab dem Kassenhäuschen des Freibades der Weg über einen attraktiver gestalteten Parkplatz Richtung Weser geführt wird. Wie man den Radweg allerdings noch attraktiver gestalten könne, das zeigte die Anregung von Bernd Pusch, der über eine Wiederbelebung des Treidelweges in Kohlenstädt und Ahe nachdachte. Eine Variante, die vor einigen Jahren bereits mit den Bürgern der Rintelner Ortsteile besprochen wurde, so Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz. Die seien jedoch bislang dagegen gewesen.
Foto: ste