1. Zwischen Moderne und Nostalgie gibt es diesmal kein Gedränge

    Keine neue Generation von Miederträgerinnen / Drehen bis die Bratwurst am Zäpfchen kitzelt

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    RINTELN (ste). Die Bilanz der Rintelner Messe lautet: "Ein ruhiges und entspanntes Fest mit Traumwetter, friedlichem Verlauf und mittlerem Besucheraufkommen!" Als Astrid Teigeler-Tegtmeier in Vertretung für Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz am Freitag die Messe offiziell eröffnete, hatte die Kirmes ihren ersten Tag schon hinter sich und das Wetter drehte seine einzige Kapriole: es regnete kurz. Der 1. Mai war als Feiertag nach Ratsbeschluss mit in die Messe einbezogen worden und die Dauer so auf fünf Tage verlängert.

    Für die Schaustellerbetriebe sicher ein Vorteil, für die Anzahl der Besucher schien es egal zu sein. Wer die Rintelner Messe von außerhalb besucht, sucht sich in der Regel einen Tag aus. Und so verteilte sich der Ansturm auf die Innenstadt in diesem Jahr auf einen Tag mehr und am Sonntag blieb das ansonsten gewohnte Geschiebe aus. Die Auswahl, die Marktmeiter Jürgen Pleitner (übrigens in seinem letzten Jahr als Messe-Organisator) zusammen mit seinem Nachfolger Daniel Jakschick rund um St. Nikolai platziert hatte, war wieder einmal bunt und gemischt zwischen altehrwürdigen Fahrgeschäften, die den nostalgischen Charakter der Innenstadt unterstützen, und den modernen Karussells, die, wie der Break-Dancer, die Magennerven bis zum Äußersten strapazierten und die Bratwurst am Zäpfchen kitzeln ließ.

    Ortsbürgermeister Ulli Goebel tritt bei der feierlichen Messeeröffnung für Astrid Teigeler-Tegtmeier als Vertreterin von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz als "Schirmherr" auf.

    "Auf zur Bürgermeisterrunde", heißt es am Freitag im Musik-Express und alle Gäste der Stadt und die Kinder haben eine Freirunde.

    Für die Betreiber des Autoscooter ist Rinteln eine wahre Goldgrube. Ihr Geschäft war an allen Tagen gut ausgelastet.

    Drehen bis die Bratwurst am Zäpfchen kitzelt. Im Break-Dancer geht‘s rasant in die Runde.

    Die Straßen der Innenstadt sind gut gefüllt, doch die "Messe-Schieberei" bleibt aus, da sich die Massen in diesem Jahr auf fünf Tage verteilen.

    Moderne Fahrgeschäfte und die eher ruhigen und nostalgischen Karussells stehen Seite an Seite rund um die St. Nikolai-Kirche.

    Die Spezialitätenhändler, die von der Hirschmettwurst über die Leder- und Autopflege bis hin zum Militäry-Look alles vertrieben, was das Herz des Messebummlers erfreute, machten unterschiedlich freudige Gesichter. Man(n) und Frau lassen sich nunmal nicht mehr alles andrehen und es fiel auf, dass zumindest der Miedervertreter auf der Mühlenstraße, sonst immer mit fleischfarbenen Sloggys zu günstigen Preisen eine "Bank" auf der Messe, die Segel bereits gestrichen hat.

    Offensichtlich wächst keine neue Generation von Miederträgerinnen heran. Auch sonst schienen es weniger Händler zu werden, die auf Brenner- und Mühlenstraße ihre Waren feil hielten. Was immer geht ist Essen und Trinken. Die gut sortierten Imbissstände hatten alle Hände voll zu tun und nahmen das Geld gern und reichlich von den Gästen. Die taten gut daran, die Euros nicht mehr in D-Mark umzurechnen, sonst wäre vielleicht die eine oder andere Wurst, der Döner oder auch der Crepe im Hals stecken geblieben. Die Polizei vermeldete einen relativ ruhigen Messeverlauf, bis auf eine unerfreuliche Schlägerei zwischen zwei Mädchen, bei denen eine verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Ansonsten blieb es bei Rangeleien, die durch ordentliche Polizeipräsenz geschlichtet werden konnten.Foto: ste

    BUZ VI (Großaufnahme Break-Dancer)

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