BAD NENNDORF (pd). Die Welt des "World Wide Web" ist schier grenzenlos. Und es bietet unter anderen unseriösen Hundehändlern eine immer größere Plattform, ihre "Ware Hund" mit oft zweifelhaften Methoden an Mann oder Frau zu bringen. Die Tiere, die zur Hauptsache aus Osteuropa stammen und übers Netz als Rassehunde zu günstigen Preisen angeboten werden, landen immer häufiger auch bei den örtlichen Tierschutzvereinen. Hier warnt man eindringlich vor dem unbedachten Kauf per Mausklick.
Einen aktuellen Fall kann Jutta Schneider vom Tierschutzverein Rodenberg/Bad Nenndorf schildern. Aufmerksame Beamte der Autobahnpolizei stoppten auf der A 2 einen polnischen Autofahrer, der sich als Händler von Hunden entpuppte und neun Welpen im Wagen mitführte. Die Chihuahua- und Bulldoggen-Mix-Welpen und eine rund zweieinhalb Jahre alte Hündin wurden von Polizei und Zoll beschlagnahmt. Für die Tiere konnte der Pole keinen gültigen Heimtierausweis vorweisen, seit 2004 ein unbedingt notwendiges Papier für Haustiere auf Reisen innerhalb der EU. Aus diesem Papier geht unter anderem der Nachweis über eine aktuelle Tollwutimpfung hervor.
Nach der Beschlagnahmung kamen die Hunde beim Tierschutzverein Rodenberg/Bad Nenndorf unter. "Die machten anfangs einen ganz munteren Eindruck", so Jutta Schneider. Es folgte eine zweiwöchige Quarantänezeit, in der sich bereits erste Krankheitszeichen bei einigen Welpen einstellten. Die kleinen Hunde waren offensichtlich an der gefährlichen Viruskrankheit Parvovirose erkrankt, die äußerst ansteckend ist. Dazu litten die Kleinen an einem Pilzbefall. Am Ende haben nur vier Welpen überlebt. "Die anderen waren zu schwach, auch, weil sie zu früh von der Mutter getrennt wurden und sie deshalb keine gute Immunabwehr aufbauen konnten", erläutert die Vorsitzende weiter. Wenn die kleinen Hunde ganz fit sind, sollen sie vermittelt werden. Wer sich für sie interessiert, kann sich beim Verein melden. Entweder unter Telefon 05723/82902 oder im Internet unter www.tierschutz-rodenberg.de.
Auch wenn der Tierschutzverein selbst übers Internet Tiere vermittelt, rät Jutta Schneider dringend davon ab, über dieses Medium Hunde, Katzen oder andere Haustiere zu "bestellen". Gefälschte Papiere würden ein Problem darstellen, auch weil durch den Verzicht auf Impfungen gefährliche Krankheiten nach Deutschland eingeschleppt werden. Dazu kommt, dass der Käufer im Nachhinein kaum eine Regressforderung durchziehen kann. Die Händler bleiben meistens unauffindbar, auch wegen ständig wechselnder Handy-Nummern. Foto:pd