KATHRINHAGEN (tt). Die traditionsreichen und zum Teil emotionsgeladenen Fußball-Derbys zwischen dem TSV Kathrinhagen und dem TuS Rehren gehören der Vergangenheit an. In einer kleinen Feierstunde im Sporthaus des TSV beendeten die Vorsitzenden beider Vereine im Beisein des Notars Bernd Linnemann mit ihrer Unterschrift die 102-jährige Vereinsgeschichte des TSV und das 86-jährige Bestehen des TuS und gründeten einen neuen Verein. Der "Verschmelzungsvertrag" sieht vor, dass beide Vereine gleichberechtigt im Sport-Club Auetal aufgehen und dort zusammen einen neuen Vorstand bilden werden. Der Vorsitzende des TSV, Karsten Neermann sprach von einem herausragendem Ereignis, wenn nicht gar von einem historischen Moment und der Vorsitzende des Turn- und Sportvereins, Dieter Grupe, ergänzte: "Wir müssen uns weiterentwickeln, um für die Jugend ein attraktiver Partner zu bleiben, und wenn wir außerdem dem demografischen Wandel entgegenwirken wollen, dann war dieser Zusammenschluss ein notwendiger und weitsichtiger Schritt in eine erfolgsversprechende Zukunft. Im SC Auetal sollen die traditionellen Sparten wie Gymnastik, Tennis, Kinderturnen, Volleyball oder Tanzen in den jeweiligen "Altvereinen" erhalten bleiben. Dort, wo sich eine Zusammenarbeit anbietet, werden die Sparten miteinander kooperieren, um dann eines Tages zu verschmelzen.
Die Fußballabteilung und hier ganz besonders der Jugendbereich soll von dem Zusammenschluss beider Vereine als erstes profitieren. Darum war auch Eile geboten, das Vertragswerk so schnell wie möglich unter "Dach und Fach" zu bekommen, weil schon bald die Meldungen an die entsprechenden Fachverbände abgegeben werden müssen. Auetals Bürgermeister Thomas Priemer begrüßte im Beisein großer Abordnungen beider Vereine den Zusammenschluss und machte deutlich, dass das Auetal diesen Großverein vertragen kann. "Auch wenn es keine Liebesheirat war, so räume ich dieser Vernunft-Ehe durchaus große Chancen ein, ein glückliches Paar zu werden". Dass die "Familie" noch größer werden kann, dafür hält der Vertrag für die weiteren beiden Auetaler Sportvereine eine Tür offen. Ob es allerdings dazu kommt, steht in den Sternen. In Hattendorf wurde eine Zusammenarbeit mehrheitlich vom Vorstand und den Mitgliedern in der letzten Jahreshauptversammlung abgelehnt. In Rolfshagen will man in zwei Jahren erst das 100-jährige Vereinsjubiläum feiern, bevor ein Gedanke an eine Fusion verschwendet wird. Da zeigten sich die Mitglieder im TuS und TSV weitsichtiger. Ohne Gegenstimme hatte in eigens einberäumten Versammlungen die Mitglieder beider Vereine ihren Vorständen grünes Licht für Gespräche gegeben und für eine Verschmelzung gestimmt. Foto: tt