BAD NENNDORF (Ka) Die Anwohner der Rodenberger Allee sind verzweifelt, denn die über 57 Jahre alten Platanen bilden eine Gefahr für Mensch und Objekte und verursachen seit Jahren hohe Kosten. In einem Pressegespräch mit den Anliegern Andrea Joike, Friedhelm Dargel, Heinrich Dohmeyer, Alfred Tatge und Jutta Rohrßen kamen die Bedenken und die Maßnahmen, falls die Platanen stehen bleiben, zum Ausdruck. Eigens für das Pressegespräch konnte das Mitglied im Fachverband geprüfter Baumpfleger, der Garten- und Landschaftsbau-Meister Hans Roufflair zur Begutachtung der Bäume gewonnen werden.
Die Initiative nannte nicht nur den erhöhten Laubanteil im Herbst als arbeitsaufwändiges Unterfangen, sondern das Wurzelwerk der Bäume wurde in den letzten Jahren zum Sorgenkind. Sie zerstören Rohre, Gehwege und Mauerwerke, so Dohmeyer, der vor Jahren auf seinem Grundstück und auf eigene Rechnung diesbezüglich einen großen Schaden beheben lassen musste. Auch die Baumkronen sorgen für ein dichtes Blätterwerk und somit für einen beschränkten Lichteinfall in die Häuser.
Zudem verstopfen die Baumfrüchte und Blätter regelmäßig die Regenrinnen auf den Dächern, da die Baumkronen weit in die Grundstücke hineinragen und behindern den Wasserablauf, formulierte Joike. Jahrzehnte habe sich die Kommune nicht um die Platanen gekümmert, sie nicht ordnungsgemäß zurückschneiden lassen und jetzt soll erhalten bleiben, was so vernachlässigt wurde. Mit einem höhergelegten Gehweg sei das Problem nicht beseitigt, so die Anwohner. Im Gegenteil, denn es entstehen bei der Baumaßnahme Kosten die sich die Kommune bereits im Vorfeld schenken kann. Im Fall der Platanen-Erhaltung fordert die Initiative Wurzelsperren, die die Grundstücke und Leitungen schützen sollen.
Notfalls würde man dafür vor Gericht ziehen, so Rohrßen. Bei einer Wurzelsperre werden die Wurzeln der Bäume gekappt und damit verbindet sich auch die Frage der Baum-Stand-Sicherheit im Nachhinein und ob sich dieser Kosten-Nutzen-Faktor rechnen ließe.
Wir wollen eine gute Lösung und auch neue Platanen für die Rodenberger Allee und wir sind bereit uns daran finanziell zu beteiligen, so Rohrßen, denn der Allee-Charakter sollte unbedingt erhalten bleiben.
Der Spezialist Roufflair überzeugte sich bei einer gemeinsamen Straßen-Begehung von dem Gesundheitszustand der Bäume und den Schäden an den Mauerwerken und auf dem Gehweg. Bereits bei der Sichtkontrolle stellte er fest, dass die Bäume an Wassermangel leiden. Der Asphalt und die Gehwegplatten unterbinden den natürlichen Kreislauf des Regenwassers, welches nicht in gewünschtem Maße an das Wurzelwerk dringt.
Die Initiative fordert Gehör und appelliert mit dem Kosten-Nutzen-Aufwand bei Erhalt der Platanen in die politische Richtung. Foto: ka
Andrea Joike weist auf die Dachrinne ihres Hauses, wo die ausladende Baumkrone eine regelmäßige Dachrinnen-Reinigung abverlangt.
Der Garten- und Landschaftsbau-Meister und geprüfte Baumgutachter Hans Roufflair (links) nimmt vor Ort Maß.