APELERN (al). Wettkampfstimmung im Saal des Apelerner Hotels "Berghof". Norddeutschlands beste Tischfußballer traten an fünf Krökeltischen an. 24 Mannschaften hatten sich in Vorrunden qualifiziert. Nun folgte eine von bundesweit zehn Regionalentscheidungen. Die Teilnehmer kamen bis aus Berlin, Ostfriesland und dem Eichsfeld. Auch ein Schaumburger Duo war dabei: Doch für Dennis Schulte und Hinnerk Heise aus dem Auetal reichte es nur für einen Platz im Mittelfeld.
Martin Landwehr (links) und Knut Günther nach der Siegerehrung: Neben dem großen Pokal gab es auch die Einladung zum Finale in Rüdesheim.
Der Rüdesheimer Spirituosenproduzent Asbach hatte parallel zur Fußball-Weltmeisterschaft vor zwei Jahren das Krökeln für sich neu entdeckt. Ein damaliges Turnier fand so viel Begeisterung, dass es nun eine Neuauflage erhalten sollte. Die Resonanz war verblüffend: 7.500 Zweiermannschaften aus Deutschland und Österreich meldeten sich. Die 16 besten Teams werden am 5. und 6. Juli in Rüdesheim antreten. Damit auch alles mit rechten Dingen zugeht, kooperiert Asbach mit den Tischfußballverbänden beider Nationen.
Ausgerechnet die ältesten unter den norddeutschen Konkurrenten haben in Apelern den Sieg nach Ostwestfalen geholt: Martin Landwehr (49) aus Augustdorf bei Paderborn und Knut Günther (57) aus Espelkamp gingen unaufhaltsam ihren Weg. Auch die Braunschweiger "Unkrautvernichter" konnten dem Team "Ruckzuck" im Schlusskampf nichts mehr anhaben. Mit 10:6 Toren sicherten sie sich den Pokal und die Fahrkarte zum Finale. Auf den dritten Rang kamen die "Glücksspieler" aus Friedland.
"Ruckzuck" knüpfte übrigens an eigene frühere Erfolge an. Bis 1997 überzeugten sie regelmäßig auf Turnieren. Jetzt wollten sie es noch einmal miteinander wissen. Nach einem Telefonanruf war klar: "Wir starten beim Asbach-Cup", berichtete Landwehr.
Wie das ausrichtende Unternehmen mittelt, klicken deutschlandweit an über 100.000 Tischen regelmäßig die kleinen weißen Bälle. Wer schon einmal selbst Hand an die Stangengriffe gelegt hat, weiß, dass Auge und Hand miteinander koordinieren müssen, dass blitzschnelle Konzentration und körperliche Fitness wichtig sind, um mehr als nur ein Spiel zu überstehen. Deshalb blieb die eigens installierte Bar des Veranstalters auch lange verwaist. Erst nach der Siegerehrung wagten sich die ersten Gäste an Mischgetränke oder den speziellen "Cup-Drink".
Apelerns Hotelier Danyel Stratoff machte ebenfalls ein zufriedenes Gesicht. Beim nächsten Mal wolle er sich wieder um die Ausrichtung bewerben, verriet er. Denn ein Event-Veranstalter aus Frankfurt sorgte für den reibungslosen Ablauf. Dieser hatte auch fünf Krökeltische mitgebracht, die im Saal Platz fanden. Zeitweilig herrschte dort ein ziemliches Gedränge: Denn bis zu 50 Zuschauer säumten die tischgroßen Spielfelder.
Nun freuen sich die beiden "Ruckzuck"-Spieler schon auf den Aufenthalt in Rüdesheim. Es gibt ein touristisches Begleitprogramm, bis schließlich am zweiten Tag auf einem Rheinschiff der Meister im Tischfußball ermittelt wird. Vielleicht stoßen dann Landwehr und Günther auch wieder auf ihre jetzigen Finalrivalen aus Braunschweig: Denn sechs Zweitplatzierte erhalten in einem Losverfahren ebenfalls die Chance zur Teilnahme. Foto: al