RINTELN (km). Das teilweise mit Planen verdeckte Gerüst für die Malerarbeiten am Alten Museum am Kirchplatz steht noch - Handwerker sind vor Ort allerdings schon seit einiger Zeit nicht mehr zu sehen. Der Grund für den momentanen Stillstand: Der mit den Malerarbeiten betraute Malerbetrieb Ernst Deutsch aus Hameln hat seine Arbeit unterbrochen, weil die Handwerker nach der Freilegung von allen Farbschichten zu dem Urteil gekommen waren, dass Anlass bestehe, vor weiteren Arbeiten zunächst die Tragfähigkeit des Gebäudes eingehend zu prüfen.
Tolle Fassade, morbide Statik: Das Alte Museum am Kirchplatz.
Experte Ernst Deutsch wartet mit aktuellen Informationen auf.
Die von dem Architekten des Bauherrn veranlasste Uberprüfung ist unterdessen noch nicht abgeschlossen. Das Ergebnis bleibt abzuwarten. Das erklärte jetzt Unternehmens-Chef Ernst Deutsch im Rahmen eines Rundgesprächs mit den Mitgliedern des Heimatbund-Arbeitskreises Denkmalschutz im Museum Eulenburg. Auf Einladung der Denkmalschützer war Deutsch nach Rinteln gekommen, um über seine langjährigen Erfahrungen bei der Sanierung und Restaurierung von denkmalgeschützten Gebäuden zu berichten. Deutschs Betrieb ist von der zuständigen Handwerkskammer offiziell entsprechend zertifiziert.
Die Information über die Ursache der Zwangspause führten im Arbeitkreis zu einer lebhaften Diskussion über den baulichen Zustand des altstadtprägendes Fachwerkgebäudes. Hier sehe man die Einschätzung des deutschen "Fachwerkpapstes", Professor Manfred Germer aus Fulda im vergangenen Jahr bestätigt, erinnerte Arbeitskreis-Sprecher Werner Zimmermann. Germer hatte im Rahmen eines öffentlichen Vortrages im Rintelner Rathaus vor einer Einsturzgefahr des Hauses gewarnt und dringend sofortige Sicherungsmaßnahmen angeraten.
Grund genug für den Arbeitskreis, jetzt eine Offenlegung zu fordern, sobald die eingeleiteten Untersuchungen abgeschlossen sind. "Was mit diesem Gebaüde, der Keimzelle des Heimatbundes vor 100 Jahren, geschieht, das darf keine Privatangelegenheit des gegenwärtigen Eigentümers sein," so die Denkmalschützer.
Reichlich allgemeine Hinweise auf handwerkliche Fehler bei der Sanierung von alter Bausubstanz und Tipps, solche zu vermeiden, machten den informativen Abend mit Ernst Deutsch zum Gewinn für alle Arbeitskreismitglieder und zahlreiche Gäste. Eine Information des Referenten am Rande überraschte am Ende alle Teilnehmer negativ: Die kommunalen Gebühren für einen Gerüstaufbau sind in Rinteln sechs Mal höher als in Hameln. Foto: km