LAUENAU (al). Die Kronen von gut 70 Birn-, Apfel- und Pflaumenbäumen am Rande der Siedlung "Rothebreite" in Lauenau können sich wieder sehen lassen. Einen Vormittag lang packten etliche Helfer auf Einladung des SPD-Ortsvereins an. Es waren die Paten, die vor Jahren die Pflege übernommen hatten, aber auch interessierte Nachbarn. Experte Martin Meier aus dem Rodenberger Rathaus zeigte den Leuten, wie die Astschere richtig angesetzt wird.
Es war höchste Zeit für einen ordnenden Schnitt. Denn nur wenige Paten hatten in der Vergangenheit "ihre" Bäume gepflegt. Andere hatten auch resigniert: Denn die Betreuung beinhaltete zwar das Recht zur Ernte. Das aber war nicht immer möglich. Wiederholt wurden im Herbst fremde Besucher beobachtet, die mit Bollerwagen und Kübel über die Wiese fuhren und sich an den Früchten bedienten.
Zum Teil wurden sie noch vor der Reife in einer radikalen Weise abgerissen, dass der Blütenansatz für das kommende Jahr gleich mit zerstört wurde. Hinweise, dass mit den Patenschaften auch das Recht gegeben sei, das Obst selbst zu nutzen, sei in den meisten Fällen ignoriert worden. Vereinzelt habe es sogar Beschimpfungen gegeben.
Nun besteht begründete Hoffnung, dass sich diese Vorfälle im kommenden Herbst nicht wiederholen. Darauf wollen die Anlieger achten. Mit dem nächsten Schnitt soll nicht wieder so lange gewartet werden. Das haben auch die neuen Paten versprochen, die für einige Bäume gefunden werden konnten. Alle übrigen "Waisen" will der SPD-Ortsverein selbst betreuen.