POHLE (pd). Da hatte die Verwaltung eine Anliegerversammlung durchgeführt und eine detaillierte Vorlage über "die Erweiterung der Gehweganlage mit Entwässerungseinrichtungen in der Hauptstraße" verfasst, und dann kam doch alles anders als gedacht. Nach Ausführungen von SPD-Ratsherr Rainer Helbig kam der Pohler Rat einstimmig zu der Auffassung, aus wirtschaftlichen Gründen sei ein Gehwegausbau zu diesem Zeitpunkt "nicht sinnvoll".
65 900 Euro hätte die Sanierungsmaßnahme auf einer Länge von 210 Metern entlang der Hauptstraße in Pohle gekostet. Die Gemeinde Pohle hätte davon 18 400 Euro tragen müssen. Auch die Anlieger hätten über die Straßenausbaubeiträge ihren Anteil an den Baukosten tragen müssen.
Daher hörten viele Betroffene ganz aufmerksam zu, als der SPD-Ratsvertreter nach dem Aufrufen des Tagesordnungspunktes "Ausbau Gehweg Hauptstraße" zu einer längeren Stellungnahme ansetzte.
Helbig, der bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr arbeitet, konnte dem Rat und dem Verwaltungsvertreter Jürgen Bock interessante Neuigkeiten vortragen. Nach Erkenntnissen von Helbig plane die Landesbaubehörde, die L 439 zwischen Lauenau und Rehren bis 2012 "auf jeden Fall" auszubauen.
Aufgrund dieser Erkenntnis könne er nicht "guten Gewissens" für einen Gehwegneubau an der Hauptstraße stimmen. "Es kommt jetzt auch nicht mehr auf drei Jahre an", brachte Helbig seine Bedenken gegen die Maßnahme auf den Punkt. Man müsse schließlich auch beachten, dass durch die geplanten Straßenbauarbeiten der Gehweg in Mitleidenschaft gezogen werden würde.
"Der Bürgersteig soll dann kommen, wenn auch die Straße selbst ausgebaut wird", lautete auch die Einschätzung von CDU-Sprecher Eberhard Hasler dazu.
Aus wirtschaftlicher Sicht sollte man auf jeden Fall die Gesamtmaßnahme abwarten, so die Stellungnahme von Bürgermeisterin Gerlinde Mensching. Die Gemeinde Pohle solle ihr Augenmerk in den kommenden Jahren eher auf den innerörtlichen Ausbau legen.
In der Fragestunde für Bürger meldete sich unter anderem Heinrich Schaper zu Wort. Der Vorsitzende der Kommunalpolitischen Vereinigung Schaumburg erklärte, die Ratssitzung habe ihn "nachdenklich" gemacht. Er stellte die Frage in den Raum, ob es nicht Aufgabe der Verwaltung gewesen wäre, die Fakten zu den Plänen der Landesbaubehörde auf den Tisch zu legen.
Die Vorbereitung auf die Sitzung bezeichnete Schaper als "miserabel".