OBERNKIRCHEN / AUETAL. Als man einmal einen zehnjährigen Jungen, der unter einer lebensverkürzenden Erkrankung litt, danach fragte, wie viele Menschen er denn kenne, die in irgendeiner therapeutischen Weise etwas mit ihm zu tun hätten, fing er an zu zählen. Es dauerte lange und er kam auf circa 90 verschiedene Menschen.
Eltern stehen oft hilflos neben ihren schwerkranken Kindern, möchten ihnen so gerne helfen und brauchen doch selber jemanden, der ihnen mal zuhört. Die Hospizgruppe Obernkirchen/Auetal möchte neben der Begleitung schwerstkranker und sterbender Erwachsener auch Familien betreuen, in denen Kinder lebensbedrohlich erkrankt oder behindert sind. Im Vordergrund steht dabei, dass die ehrenamtlichen Hospizhelfer verlässliche Partner für die kranken, eventuell sterbenden Kinder, für die Eltern und die Geschwisterkinder werden. Also nicht die 91. Person, die aber auch schnell wieder wechseln kann und ersetzt wird, sondern zu einem Freund der Familie, der vielleicht über Jahre hin bestimmte Aufgaben übernimmt oder einfach nur da ist. Barbara Büsing-Schilling hat deshalb eine spezielle Schulung besucht, die das Kinderhospiz "Löwenherz" in Syke zur Ausbildung ehrenamtlicher Kinderhospizhelfer initiiert hatte. Durch die Ausbildung wurden die 15 ehrenamtlichen Kinderhospizhelfer unter anderem von Elisabeth Lohbreier geleitet, die jetzt auch für die Koordination zwischen "Löwenherz" und den ambulanten Hospizdiensten zuständig ist. Sie hilft, ein funktionierendes Netzwerk in Niedersachsen aufzubauen. Ganz viel Rückendeckung hat Büsing-Schilling von ihrer Hospizgruppe Obernkirchen/Auetal, ihrer Koordinatorin Dorit Werner, der Ansprechpartnerin fürs Auetal, Angelika Held und Pastor Wilhelm Meinberg erhalten. Die Vermittlung einer Betreuung kann über "Löwenherz" geschehen, aber betroffene Familien können sich auch direkt an die Hospizgruppe Obernkirchen/Auetal wenden.
Unter der Telefonnummer 0177/1966249 steht immer ein Ansprechpartner zur Verfügung. Die Begleitung des Hospizdienstes finanziert sich über Spenden und ist für die betroffenen Familien kostenlos.