1. Kontrolle mit dem Mikroskop

    Ein Messenkämper Unternehmen produziert winzige Bauteile

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    MESSENKAMP (al). In dem großen Gebäude zwischen Messenkamp und Hülsede wurde früher frische Milch verarbeitet. Das wissen aber nur noch die älteren Einheimischen. Heute nutzt ein Metallunternehmen die gefliesten Räume. und weil der Platz schon lange nicht mehr ausreichte, entstand vor Jahren gleich in der Nachbarschaft eine große Halle. Diese wirkt zwar ein wenig deplatziert im ländlich geprägten Umfeld. Aber hier gibt es Arbeitsplätze. Denn die Firma "MGS Maschinenbau" hat sich erfolgreich auf dem Markt etabliert.

    Präzision ist oberstes Gebot: Mit dem Mikroskop werden die eingesetzten Bohrer permanent geprüft.

    Auf Präzision kommt es bei MGS an. Ernst Bugdahn hat den Betrieb vor über 40 Jahren gegründet, dessen Kürzel für "Maschinen-, Geräte- und Stahlbau" steht. Anfangs überholte der heute 73-Jährige vorwiegend Aggregate für die Automobilindustrie. Der kleine Betrieb wuchs rasch, musste aber schwierige Zeiten Ende der siebziger Jahre durchstehen. Zur Jahrtausendwende wollte Bugdahn seine Firma aus Altersgründen "allmählich einschlafen lassen"; aber organisatorische Veränderungen eines in Barsinghausen ansässigen Kunden sorgten für eine Wende: Dortige Mitarbeiter, darunter der heutige zweite MGS-Geschäftsführer Dieter Dreier wechselten nach Messenkamp. Und sie brachten auch gleich Maschinen und erste Aufträge mit. 2001 wurde die GmbH neu ausgerichtet. Seitdem sei es eigentlich immer nur aufwärts gegangen, betont Dreier. Zwar habe es "hin und wieder mal ein Loch" gegeben; doch noch nie sei es zu Kurzarbeit für die acht Beschäftigten gekommen. Im Gegenteil: Spitzen in der Auftragslage werden durch Arbeitszeitkonten ausgeglichen.

    Schon lange ist die klassische Maschinenüberholung nur noch das Steckenpferd des Seniors. Dann werkelt er selbst manchmal tagelang an den großen Aggregaten: Da müssen alte Bronzeplatten oder Kunststoffführungen neu eingepasst oder Transportschlitten auflaminiert werden. Können wie dieses ist gefragt. Es gibt nicht mehr viele Betriebe, die so etwas erledigen können.

    Noch mehr Bedeutung aber hat inzwischen die Teilefertigung aus Stahl und Aluminium, Messing, Titan oder sogar Kunststoff geworden erlangt. Irgendwann reichten die alten Räume nicht mehr aus: Deshalb wurde durch die Halle die Betriebsfläche mehr als verdoppelt. Das schaffte Platz für weitere Drehbänke und Fräsmaschinen sowie für die Drahterodierung.

    Drei der großen Automaten, in denen ein nur 0,25 Millimeter starker Messingfaden auch härtestes Metall blitzsauber ausstanzt, lassen zum Beispiel Kolbenringe und andere Metallteile entstehen, bei denen es auf minimalste Aussparungen ankommt. Neueste Anschaffung ist jedoch eine über 100.000 Euro teure CNC-Maschine, mit der gleichzeitig ein weiterer Arbeitsplatz entstehen konnte. Hinter sicherem Glas erfolgt in mehreren Schritten die Bearbeitung einer stählernen Stange: Nuten an ihrer Außenseite, ein ausgefräster Kopf und schließlich ein gerade einmal fünf Millimeter breitem Bohrloch. Ständig muss ein Mitarbeiter mithilfe eines Mikroskops prüfen, ob der eingesetzte winzige Bohrer dieses Maß noch einhält. Das anschließend zu härtende Gesenk ist für einen Kunden bestimmt, der es für nach Großbritannien zu exportierende Kolben benötigt.

    "Unsere Stärken sind kleine und mittlere Größen", erläutert Dreier. Drehteile können bis zu 500 Millimeter Durchmesser haen; zu fräsende Werkstücke dürfen bis zu einem Meter groß sein. Das erforderliche Werkzeug muss nicht bereits als komplette Zeichung existieren: MGS übernimmt auch die Konstruktion bis zur Entwicklung eines Prototyps.

    Neue Kunden, die sich für die Produktionsvielfalt interessieren, führen die beiden Geschäftsführer an einen kleinen Tisch. Dort breiten sich wie in einer Ausstellung Musterteile aus, die in unterschiedlicher Stückzahl das Werk verlassen haben: Riemenscheiben und Kolbenringe, Zahnräder und Bohraufsätze, Schermesser und etliche Gehäuse.

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