1. "Wir zahlen vollen Preis und erkaufen Nachteile"

    B 65-Planungen gefährden Infrastruktur / Geschäftsleute für neue Variante

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    BAD NENNDORF (Ka). Unmut regiert in der Bad Nenndorfer Geschäftswelt über das Vorhaben, wenn die Variante 4 zum Ausbau der B 65 zum Tragen käme, denn sie hätte katastrophale Auswirkungen auf die Kurstadt.

    Gespräche mit dem Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese und der Bürgermeisterin Gudrun Olk wurden ebenso geführt, wie mit dem Vorstand der Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe (IGBN), die Wolfgang Seifert (Tankstelle) zu einer dringenden Info-Veranstaltung für die Unternehmer der Rodenberger Allee, Bahnhofstraße, Kurhausstraße und Hauptstraße anregten. Mit Frank Lohmann (Vortand der IGBN) fand Seifert ebenfalls einen Befürworter, wenn es um die Bauvorhaben-Änderung geht. In der Sparkasse Schaumburg informierten sie die Unternehmer über die verheerenden Auswirkungen, wenn dann die bevorzugte Variante "4" des Landkreises Schaumburg an der Kreuzung "Drei Steine" seinen Lauf nehmen würde.

    Kritikpunkte gab es viele, denn zum einen würde die historische Verbindung zwischen den Städten Bad Nenndorf und Rodenberg zerschnitten und zum anderen trägt die Streckenführung zum erheblichen Verlust der Kaufkraft und somit auch zum Verlust der Infrastruktur bei. Nicht auszumalen, wenn Leerstände im Geschäftszentrum und Existenzängste der Einzelhändler den Kurstatus bedrohen, so Lohmann. Seifert warnte vor dieser Lösung und wartete mit einer neuen Konzeption auf, die schon mal in ähnlicher Form vom Planungsbüro angedacht war und auch bautechnisch umsetzbar wäre. Diese sieht die Verschiebung des Kreisels vor und erhält die Verbindungsstraße zwischen den Deisterstädten. Das entspräche auch dem Beschluss des Verwaltungsausschusses, der die historische Streckenführung in seiner September-Sitzung befürwortete. Die Investitionssumme beläuft sich für Bad Nenndorf auf über 3 Millionen Euro, das ist der Anteil den die Stadt zu tragen hätte, informierte Lohmann und unterstrich, dass ein Blankoscheck nicht ohne weiteres über diese Summe ausgestellt wird.

    Vorteile seien u.a. für Stadthagen auszumachen, so Seifert, nicht aber für Bad Nenndorf. Rechtsanwalt Andreas Fedler brachte die Landkreis-Variante auf den Punkt: "Wir denken für Stadthagen, wir zahlen den vollen Preis und erkaufen uns nur Nachteile!", das kann nicht im Interesse der Kurstadt sein.

    Fazit der Unternehmer: "Wir können gut ohne den Ausbau leben!" Foto: ka

    Ortsbegehung der Unternehmer zur Kreuzung "Drei Steine".

    Unternehmer Wolfgang Seifert erläutert vor Ort anhand eines Plans den Verlauf der zukünftigen Straßenführung.

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