1. SPD: "Effekthascherei" der CDU

    Ratsfraktion reagiert mit Rundschreiben auf "Nora"-Debatte und Gewerbepark-Name

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    LAUENAU (al). In ungewöhnlich heftiger Form hat die Lauenauer SPD-Ratsfraktion auf jüngste Initiativen der in der Minderheit befindlichen Christdemokraten reagiert. Mit einem Rundschreiben wandte sich Vorsitzender Karsten Sucker an die Haushalte in beiden Ortsteilen. Darin wirft er der CDU "destruktives Verhalten" und "Effekthascherei" vor. Anlass für seine Kritik ist die Haltung der Politkonkurrenz bei der vorgesehenen Bebauungsplanänderung zur Erweiterung des "Nora"-Seniorenheims sowie die anhaltende Forderung, den örtlichen Gewerbepark in "Casala-Park" umzubenennen.

    Sucker betont, dass sich seine Fraktion die Entscheidung zum "Nora"-Anbau nicht leicht gemacht habe. Der Aspekt der Wirtschaftlichkeit, die Sicherung bestehender und Schaffung weiterer Arbeitsplätze seien ausschlaggebend gewesen. "Dass wir .. . nicht bei allen auf ungeteilte Freude und Gegenliebe gestoßen sind, ist verständlich." Er sei jedoch "erstaunt und erschrocken, dass ein CDU-Ratsherr in der letzten öffentlichen Ratssitung nicht ausreichend informiert war, die festgelegten Verfahrensabläufe nicht kannte und abweichend von den Regularien eine ‚Showveranstaltung’ initiieren wollte". Sucker vermutet, dass man sich damit populistisch habe in Szene setzen wollen: Für ihn ist die anschließende Stimmenthaltung der CDU ein Beleg, "sich jeglicher Verantwortung" entziehen zu wollen.

    Der SPD-Sprecher wehrt sich auch gegen die verlangte Namensänderung für den Gewerbepark: "Die jüngere Geschichte des Unternehmens Casala hat wahrlich keinen Anlass zur Freude geboten", erinnert er an Insolvenz und den Verlust von über hundert Arbeitsplätzen. Außerdem bestehe offenbar in der Lauenauer Bevölkerung kein Interesse an einer Veränderung. Zumindest sei ein Aufruf des Bürgermeisters vor über einem Jahr weitgehend ohne Resonanz geblieben. Zugleich erinnert Sucker daran, dass gleich nach dem Geländeerwerb durch den Flecken vor sieben Jahren bereits der Name "Casala-Park" gewählt worden sei. Dieser Namenszug habe man sichtbar am Gebäude angebracht und in Ortsplänen eingezeichnet. Sucker weiter: "Aber innerhalb kürzester Zeit mussten wir auf Intervention eines CDU-Ratsherrn diese Namensbezeichnung wieder rückgängig machen." Dass jetzt der Name wieder aktiviert werden soll, sieht der Sprecher in Verbindung mit dem neu gegründeten namensgleichen Unternehmen im Logistikpark, in dem der ehemalige CDU-Kommunalpolitiker heute in leitender Position tätig sei.

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