HASTE (Ka). Bereits zum 6. mal lud die Haster Runde zum traditionellen Grünkohlessen ins Haster Bürgerhaus ein. Entstanden aus der Idee, den alten Brauch des sogenannten Fasselabends, an dem die Gemeindevertreter den Bürgern Rede und Antwort stehen, wieder aufleben zu lassen. 140 Haster Bürger, die rechtzeitig die begehrten Eintrittskarten erstanden, hatten sich im vereinsfahnen-geschmückten Bürgerhaus eingefunden und lauschten gespannt den interessanten Ausführungen.
Friedrich Riechmann, Mitglied der Haster Runde begrüßte die Anwesenden in einer blumig gehaltenen Rede bezüglich des grünen Kohls. Dass dieser im Schaumburger Land durchaus beliebt und schmackhaft ist, stellte er anhand von vielen Beispielen dar. So sei es historisch belegt, dass der Grünkohl nicht nur als nahrhafte Pflanze diene, sondern auch medizinisch seine Wirkung bei vielen Wehwechen unter Beweis stelle. Zum Schluss seiner Worte schlug er vor, zukünftig einen Grünkohlkaiser auszurufen. Kein geringerer als Gemeindedirektor Heinrich Bremer käme als erster dafür in Frage.
Der Haster Bürgermeister Sigmar Sandmann freute sich über das Interesse der Haster Bürger an dieser Veranstaltung. Mit kurzen Worten berichtete er über Erfolge der Ratsarbeit, was durch die gegen den Trend wachsende Gemeinde belegt sei.
Wichtige Vorhaben der kommenden Monate seien auf den Weg gebracht. Allerdings müsse man bei einigen Erwartungen noch vorsichtig sein, da der Einfluss der Gemeinde nun mal begrenzt sei. So beim Projekt Haster Bahnhof, bei dem es zwar gewisse Hoffnung für den Erhalt gebe, aber die DB nach wie vor schwieriger Verhandlungspartner sei.
Ebenso könne man nur darauf hoffen, dass das laufende Planfeststellungsverfahren, Radweg nach Wunstorf, 2010 verwirklicht werde. Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese berichtete von 17 000 Einwohnern in der Samtgemeinde Nenndorf.
Stadthagen schrumpft und Nenndorf wächst, so die freudige Tatsache. Von der S- Bahn mit dem Namen Bad Nenndorf, die in Haste getauft werden musste, profitierten beide Bahnhöfe.
Nach dem Grünkohlschmaus im Gasthaus Seegers übernahm Heinrich Holstein, Vorsitzender der Haster Runde das Wort. Das Thema "Vereine in Haste" und deren Geschichte wurden nach seinen Recherchen zu Gehör gebracht.
Dabei habe er festgestellt, dass bei vielen Vereinsgründungen in Haste die Zahl 13 eine bedeutende Rolle gespielt habe. Ohne Namen zu nennen, deutete er an, dass sich 13 Personen im Jahr 1913 im ehemaligen Gasthaus Mensing trafen, um einen Verein zu gründen. Auch der Rat der Gemeinde Haste zählt 13 Personen.
Bei der Erstellung der neuen Chronik des Eisenbahnchores erwies sich die Namenzuordnung als schwierig, da die Protokollführung die Vornamen nicht ausgeschrieben habe und bei den vielen Bruns und Engelkings, die überwiegend den Vornamen Heinrich oder Konrad trugen, zu Irritationen führte.
Mit weiteren interessanten Einzelheiten aus der Vereinsgeschichte wartet die Haster Runde bei der anstehenden Ausstellung im Bürgerhaus am 8. und 9. März auf. Hierbei werden erstmalig auch die noch existierenden Vereine ausstellen.
Gemeindedirektor Heinrich Bremer beleuchtete die gesunde Finanzsituation der Gemeinde, hielt kurzen Rückblick auf 2007 und erläuterte die ins Auge gefassten Planungen 2008.
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