AUETAL-REHREN (tt). Das Gerücht hielt sich schon lange im Ort, doch nun wurde es amtlich. Dieser Tage ließen Mitarbeiter des Veterinäramtes des Landkreises Schaumburg 51 Rinder und 98 Schweine von einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Aue-straße abholen, weil sie nicht artgerecht gehalten wurden. Der Landwirt allerdings sieht es völlig anders und versteht nicht den Grund für die Aktion, die unter Polizeischutz stattgefunden hat.
Die katastrophalen hygienischen Zustände haben jetzt zu der Maßnahme geführt, nachdem der Landwirt schon seit Monaten unter Beobachtung stand. Nach Aussage des Veterinäramtes hätten die Schweine bis zum Bauch in ihren Fäkalien gestanden und die Kühe waren mit Strohbändern, mit denen eigentlich die Strohballen zusammen gebunden werden, angebunden. Die Klauen waren ausgewachsen und die Beine mit Stricken zusammengebunden.
Alle Tiere seien extrem unterernährt und ausgetrocknet gewesen, weil sie nicht gefüttert und getränkt wurden. Die Kälber hätten so tief in ihren Exkrementen gestanden, dass der Mist an Unterbauch und Beinen hing und dort zu Entzündungen der Haut geführt habe.
Die Tiere sind inzwischen bei anderen Landwirten untergebracht worden. Bei der Aktion auf dem Hof mit sieben Polizeibeamten wurden außerdem mumifizierte Schweinekadaver auf dem Misthaufen entdeckt, der auf Kannibalismus schließen lässt. Das weitere Geschehen liegt nun in den Händen der Staatsanwaltschaft.
Ein Ermittlungsverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ist eingeleitet.
Den Anfangsverdacht hat die Staatsanwaltschaft bejaht. Ein Richter wird entscheiden, ob in einem Strafverfahren ein Tierhalteverbot ausgesprochen wird. Das kann befristet oder lebenslang, für eine oder mehrere Tierarten geschehen.
Der Landwirt fühlt sich dagegen weiter ungerecht behandelt und spricht in diesem Zusammenhang von Schikane. Foto: tt