LINDHORST. Eine "unvorhergesehene Talfahrt", so Eckart Liebscher, Vorsitzender des Schützenvereins Lindhorst bei der Jahreshauptversammlung der Grünröcke im Schützenhaus, verzeichnete der Verein beim letzten Schützenfest. Das Fest wurde mit einem Minus abgeschlossen, die erhofften Gäste blieben aus. Die Teilnehmerzahlen beim Schießen der örtlichen Vereine anlässlich des Schützenfestes ließen sehr zu wünschen übrig, genau wie beim Ermitteln des Bürgerkönigs. Liebscher klagte darüber, dass die Mitglieder des Rates der Gemeinde Lindhorst eingeladen worden seien, aber niemand gekommen sei.
Bei den Schützen macht sich Enttäuschung breit. Dazu trägt auch die häufig mangelnde Beteiligung der eigenen Mitglieder am Vereinsleben bei. Jetzt soll ein strikter Sparkurs gefahren werden, dies insbesondere auch, weil die Einnahmen für den Verein aus dem Betreiben des Schützenhauses an der Ottenser Straße stark rückläufig sind. Dies wird nach Aussage des Vorsitzenden mitverursacht durch die erhebliche Konkurrenz von Hof Gümmer. Liebscher hofft nun, dass "die Menschen erkennen, dass man bei uns im Schützenhaus gut und billig feiern kann". Der Verein stellt sein Gebäude auch für Familienfeiern und Ähnliches zur Verfügung. Liebschers Fazit: Das Schützenfest soll so gestaltet werden, dass ein wirtschaftlicher Erfolg verzeichnet werden kann. "Wir werden schrumpfen, bis wieder schwarze Zahlen geschrieben werden", sagte er vor seinen Zuhörern. Aber Liebscher hatte auch Positives aus dem 121 Mitglieder zählenden Verein zu vermelden. Sehr zufrieden zeigte er sich mit der Nachwuchsarbeit. Der Verein ist als einziger Verein eine Kooperation mit der örtlichen Schule eingegangen und bietet dort eine Arbeitsgemeinschaft an. Das Resultat: etliche neue jugendliche Mitglieder. Dazu trägt auch bei, dass sich die Jugendarbeit neben dem Schießsport auch auf andere sportliche Aktivitäten wie das Kanufahren erstreckt. Positiv wertete Liebscher die Beteiligung beim Ostereierschießen und beim Skat- und Doppelkopfturnier.
Die sportliche Bilanz des Vereins ist beeindruckend. Darauf wies der langjährige 1. Schießsportleiter Ernst Busche hin, der nach 44 Jahren Mitarbeit im Vorstand nicht erneut kandidierte. Busche wies in seinem Rückblick auf die erfolgreiche Teilnahme von Vereinsmannschaften am Rundenwettkampf hin und zählte zahlreiche Kreismeistertitel auf, mit denen Lindhorster Schützen glänzen konnten. Ilse Kunze nahm für den Verein an der Landesmeisterschaft teil und kehrte mit einem Mittelplatz im großen Teilnehmerfeld zurück. Auch beim Schießen um den "Dämmerschoppen - Pokal" des Nachbarvereins Beckedorf sei der Verein sehr erfolgreich gewesen, so Busche.
Das jugendliche Mitglied Anna Laura Liebscher hat ihr großartiges schießsportliches Talent mehrfach unter Beweis gestellt. Darauf wies Jugendleiterin Beate Liebscher hin. Bei den Kreismeisterschaften haben sich die Nachwuchsschützen mit unterschiedlichem Erfolg beteiligt.
Für ihre hervorragende Jugendarbeit im Verein wurden Beate Liebscher und Maria Schlesner mit dem Protektorenabzeichen des Deutschen Schützenbundes ausgezeichnet. Paul-Gerhard Herde erhielt die Sebastianus Nadel des Deutschen Schützenbundes für seine drei Jahrzehnte währende Tätigkeit als 1. Kassierer, Irmgard Büscher die Ehrennadel des Präsidenten für ihre um den Schützenverein erworbenen Verdienste. Vereinsehrennadeln wurden verliehen an Fritz Wille und Alfred Wagner, die beide dem Verein vor 50 Jahren beitraten, sowie an Karl - Heinz Stahlhut, der seit 30 Jahren Mitgliedsbeiträge zahlt. Die Würdigung der Verdienste von Ernst Busche erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.
Die Wahlen zum Vorstand zeigten folgendes Ergebnis: Eckart Liebscher wurde für weitere zwei Jahre in seinem Amt als 1. Vorsitzender bestätigt, ebenso die 1. Schriftführerin Maria Schlesner. Wiederwahl hieß es auch für die 1. Damenleiterin Ilse Kunze. Beate Liebscher wurde erneut zur 1. Jugendleiterin bestellt. Markus Liebscher übernahm den Posten des 1. Schießsportleiters und Hans- Werner Kabuth den des Stellvertreters. Mangels Bewerber blieb das Amt des 1. Kassierers unbesetzt.
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