AUETAL (tt). Jetzt ist wieder die Zeit, in der die Naturschützer mit Sägen und Astscheren nach draußen gehen, um die Kopfweiden zu beschneiden. Im Auetal hat der NABU-Ortsverein die Aufgabe übernommen, die alten Sal-Weiden, Silber- oder Ohrweiden zu schneiteln.
Am Klärwerk Auetal am Fahrenplatz, dort wo jetzt das neue Klärbecken entstanden ist, haben die Naturschützer, in Absprache mit dem Landkreis Schaumburg, dem das Land entlang der Aue gehört, schon vor vielen Jahren damit begonnen, die zahlreichen dickstämmigen Weiden zu pflegen. "Wir beschneiden die Bäume in der Höhe von zirka zwei Meter und schaffen damit Lebensraum für Tiere und Insekten", so der Vorsitzende des NABU-Auetal, Rolf Wittmann, der mit einigen seiner Mitglieder jährlich diese Arbeit erledigt.
Nach dem Schnitt sehen die Bäume aus, als hätten sie "Köpfe". Daher auch der Name "Kopfweiden". Sie sind Zeugen einer alten Wirtschaftsform unserer Heimat, denn sie lieferten den Korbmachern ihr Rohmaterial. "Von den insgesamt etwa 80 Weidenarten sind bei uns besonders die Sal-Weide, die Ohrweide oder auch die Silber- und Korbweide die bekanntesten Bäume", Wittman weiter. Aufgrund ihrer frühen Blütezeit ab Anfang März ist die Sal-Weide eine wichtige erste Futterpflanze für Insekten, wie die Honigbiene. Weil sie so früh blüht, dient die Weide aber auch als erster Frühlingsgruß im Haus. Die gut 50 Jahre alten Stämme am Klärwerk werden gern von Insekten und Käferarten angenommen. "Das Schnittgut verbleibt in der Nähe der Bäume und dient ebenfalls den Kleinst- und Kleinlebewesen als Futterstelle", so der NABU-Vorsitzende, der aber auch aus Erfahrung weiß, dass Vögel, Eulen aber auch Wiesel und Marder gern in den Baumhöhlen Unterschlupf suchen oder Brut- und Nistplätze einrichten. Foto: tt
Das Schneiden der Weiden ist nicht ungefährlich.