RINTELN (ste). Dr. Marc Lemmermann, Fraktionsvorsitzender der CDU im Rat der Stadt Rinteln und Oberstleutnant der Reserve, wird am 19. Februar das Flugzeug in Richtung Afghanistan besteigen und dort im Rahmen des ISAF-Kontingents der Bundeswehr als Leiter der Verbindungsoffiziere im Regionalen Kommando Nord vier Monate Dienst versehen. "Freiwillig", wie er vor seinem ersten Auslandseinsatz betont. Zwei ungarische, vier deutsche, ein schwedischer, ein belgischer und zwei amerikanische Verbindungsoffiziere werden zu seinem Team gehören. Ihre Aufgabe wird es sein, den Kontakt zu zivilen und politischen Institutionen des Landes zu halten und auch Verbindung mit den NGO‘s (Non-Governmental Organisation), wie beispielsweise den Hilfsorganisationen, zu pflegen.
Einschusslöcher in den Hauswänden und die Gefahr von Anschlägen im Nacken; das sind Situationen, mit denen Dr. Marc Lemmermann in den nächsten vier Monaten in Mazar-i-Sharif leben muss.
In Mazar-i-Sharif wird Lemmermann im deutschen Bundeswehr-Camp leben: "In größtmöglicher Sicherheit", wie er betont, denn das deutsche Camp im relativ sicheren Norden Afghanistans ist hermetisch abgeriegelt.
Schwierig wird die Mission dennoch werden. So sind Anschläge nie ausgeschlossen und alle Fahrten werden im vollgepanzerten Mercedes Geländewagen durchgeführt. Außerdem könnten Straßengräben vermint sein und auch ansteckende Krankheiten bedrohen die eingesetzten deutschen Soldaten, die dafür umfangreich geimpft wurden. Gefahren, auf die der 40-Jährige in einem Lehrgang in Wildflecken vorbereitet wurde. Nicht nur militärisch wurden die ISAF-Soldaten dort geschult, sie bekamen auch zivile Verhaltensregeln mit auf den Weg. So gilt die linke Hand als "schmutzig" und sollte nicht zum Greifen genutzt werden und verschleierten Frauen sollte man nicht in die Augen schauen.
Wertvolle Tipps gab es auch von Afghanistan-Heimkehrern. "Stiefel werden morgens erst einmal ausgeschüttet; da könnte es sich ein giftiger Sandskorpion gemütlich gemacht haben!" Sand ist ohnehin eines DER Themen in Afghanistan. "Morgens knirscht es beim Aufwachen permanent zwischen den Zähnen!" Heilsalbe für Nase und Lippen im Gepäck, den Bauch mit Schnitzel und Eiscreme vollgestopft ("...gibt es dort vier Monate nicht!") und die Erkenntnis, dass es Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht von rund 40 Grad bei Null Luftfeuchtigkeit gibt, macht sich Lemmermann am 19. Februar auf den Weg über Usbekistan und dann mi der Transall nach Afghanistan.
Sohn Connor und Frau Kristin freuen sich schon wieder auf die Rückkehr und drücken bis dahin fest die Daumen, dass nichts passiert. Der Kontakt mit ihnen ist über Handy und E-Mail gesichert und mit einer extra angeschafften Digitalkamera will Lemmermann Fotos aus Afghanistan nach Deutschland senden; zusammen mit kleinen Erlebnisberichten.
Politisch hat er sein Amt in Rinteln kommissarisch in die Hände von Dagmar König gelegt, die von Dr. Dietmar Nolting und Günther Maack unterstützt wird. Foto: ste